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Comic-Stipendien

Die Christoph Merian Stiftung Basel und die Städte Bern, Luzern und Zürich schreiben jährlich die Comic-Stipendien der Deutschschweizer Städte aus. Die Stipendien dienen der Förderung der Comic-Schaffenden und des Medium Comic. Dabei werden sowohl klassische Formen von Comic wie auch ein experimenteller Umgang mit dem Medium berücksichtigt. Ausgeschrieben werden drei Förderstipendien à je CHF 12'500. Eingabetermin war der 14. Februar 2022.

Die Städte Basel, Bern, Luzern und Zürich schreiben gemeinsam die Comic-Stipendien der Deutschschweizer Städte aus.

Teilnahmeberechtigt ist, wer die Comicszene der Stadt Bern in den letzten Jahren mitgestaltet hat, in der Stadt Bern wohnt und/oder arbeitet. Die Ausschreibung richtet sich dabei an Comic-Zeichner*innen, die am Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit stehen. Das eingegebene Projekt soll einen wichtigen Entwicklungsschritt in der künstlerischen Praxis darstellen. Die künstlerische Qualität und die bereits erfolgte Umsetzung erster Projekte sind Voraussetzungen für eine Eingabe. Nicht unterstützt werden Hochschulprojekte im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit, Auftragsarbeiten, Cartoons und Animationsfilme. Bitte beachten Sie vor einer Eingabe die Angaben der Ausschreibung (PDF, 133.3 KB).

Drei geförderte Projekte 2022

Die Comic-Förderstipendien 2022 der Deutschschweizer Städte Bern, Luzern und Zürich sowie der Christoph Merian Stiftung Basel gehen dieses Jahr an Melanie Wigger aus Bern, Julia Trachsel und Claudio Näf – beide aus Luzern. Insgesamt 22 Autor*innen des Mediums Comic haben sich für ein Förderstipendium der Deutschschweizer Städte beworben. Die Jury hat die drei Förderstipendien in der Höhe von je 12'500 Franken vergeben. Das Videoporträt der Preisträger*innen von David Röthlisberger gibt Einblicke in ihre künstlerischen Arbeiten.

Melanie Wigger, Bern: «Vincent»

Ein Thema, das wir alle gerne weit von uns schieben würden, dem wir uns aber doch nicht entziehen können: Melanie Wigger erzählt in ihrem Projekt «Vincent» von einer Freundschaft zwischen zwei älteren Männern, die von einer Demenzerkrankung auf die Probe gestellt wird. Liebevoll und mit harmonischem Strich zeichnet Wigger ihre Protagonisten und stattet sie mit humorvollen Dialogen aus. Präzis nutzt sie zeichnerische Mittel zur Übersetzung der Thematik: Mit dem strudelnden Gehirn lässt Wigger auch den Bildaufbau strudeln, die wechselhafte Stimmungslage wird mit der Farbwahl hervorgehoben. Sie ermöglicht so das emotionale Eintauchen in ihre Erzählung in einer ausbalancierten Mischung aus Zuneigung und Betroffenheit, bei der einem das Lachen im Hals steckenbleibt.

Claudio Näf, Luzern: «Alles wird gut»

Claudio Näf ist eine in der Comicszene und darüber hinaus aktive und politisch engagierte Person. Intersektional und multimedial setzt Claudio sich ein für queere Rechte und Feminismus — dies sowohl zeichnerisch-narrativ im Comic als auch in der Persona von LaMer als Bühnenschau. Im Projekt «Alles wird gut» präsentiert Claudio Näf eine Sammlung anekdotischer Alltagsbeobachtungen, Gedanken und Erinnerungen. Den kleinen Geschichten liegt eine eigentümliche Stimmung inne: auf den ersten Blick harmlos anmutend, schwingen zwischen den Zeilen stets politische Dimensionen und grosse Fragen mit. Aus queerer Perspektive und dennoch mit Identifikationspotential für nicht queere Menschen erzählt Claudio von Identität, Privilegien, Familie, Sexualität, Liebe und Zeitempfinden und spiegelt dabei die Fragen nach Konventionen und Werten zurück an die Lesenden.

Julia Trachsel, Luzern: «Ein bisschen weniger Sterben»

Das Menschliche ist manchmal schön, manchmal hässlich, oft aber ziemlich banal. Julia Trachsels Zeichnungen sind Widerstand gegen den Perfektionismus und das Makellose. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf das alltägliche Leben und den damit verbundenen Herausforderungen. In der Ruhe und scheinbaren Ereignislosigkeit findet Trachsel ehrliche Motive der menschlichen Existenz. Das Buchprojekt «Ein bisschen weniger Sterben» erzählt von der diffusen Gefühlswelt nach einem Schicksalsschlag: Die Hauptfigur der Erzählung wird unmittelbare Zeugin eines tödlichen Unfalls. In sprunghaften Momentaufnahmen zeichnet Julia Trachsel die darauffolgende Orientierungslosigkeit auf. Die Schwere des Erlebten wird ergänzt durch unkontrollierte Rückblenden in die Vergangenheit der Hauptfigur. Dabei wird ein vielschichtiges Individuum geschaffen, welches das Potential der Identifikation vollauf ausschöpft. Das beharrliche Eindringen des Alltags wird dabei absurde Erinnerung an die Lebendigkeit.

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In Zusammenarbeit mit

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Weitere Informationen.

Halter Virginie

Fachspezialistin Kunst
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3008 Bern
Geschäft: +41 31 321 72 24
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