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Zunfthaus zu Schiffleuten

An der Einmündung der Gerechtigkeitsgasse in die Kreuzgasse befand sich der Verkaufsplatz für frischen Fisch in Bern.

Ebenfalls an der Kreuzgasse befand sich seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts das Zunfthaus der Schiffleute und Fischer.[1] Die Schiffleutenzunft gehörte wegen der Teilnahme einzelner ihrer Mitglieder am Waren- und Fischhandel zu den vermögendsten Handwerksgesellschaften der Stadt hinter Venner- und Handelszünften (Vermögensstruktur von Handwerkerschaft und Zünften). Das repräsentative Eckhaus an der Einmündung der Gerechtigkeitsgasse in die Kreuzgasse, dessen Wert bereits um 1380 mit 200 Gulden veranschlagt wurde, schien kurz nach dem Tode des Venners Niklaus von Gisenstein junior um 1427 in den Besitz der Schiffleutengesellschaft übergegangen zu sein. In der Nähe des Zunfthauses befand sich im 15. Jahrhundert der einzige Verkaufsplatz für frischen Fisch in Bern (Fisch-, Vieh- und Kornmarkt) sowie der Schandpfahl, an dem verurteilte Verbrecher angekettet und dem Gespött der Stadtbevölkerung ausgesetzt wurden.[2]

Roland Gerber, 17.02.2018



[1]    Karl Howald: Die Gesellschaft zu Schiffleuten, in: Berner Taschenbuch (1874), S. 274-283, hier 311-316.

[2]    Heinrich Türler: Zur Topographie der Kreuzgasse und der Gerechtigkeitsgasse in Bern, in: Neues Berner Taschenbuch (1899), S. 121-138, hier 124f.

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