Navigieren auf Stadt Bern

Benutzerspezifische Werkzeuge

Content navigation

Philosophenweg

Die Geschichte der «Wanderoase» ist eine Geschichte über die Dynamik guter Ideen, über das Thema Entsiegelung, über Biodiversität und darüber, wie wenig es eigentlich braucht, um Mensch und Natur mitten in der Stadt Gutes zu tun.

13. Mai – 10. August 2022

siehe auf Karte

«Wanderoase» – die Oase im Mattenhof

Ein Gespräch mit Duscha Padrutt

Die Geschichte der «Wanderoase» beginnt möglicherweise bereits im September 2021, als die Vereine Läbigi Stadt und Quartierzeit auf dem Philosophenweg eine Pflanzaktion für ihre «Pflanzenparade» durchführen; als Michelangelo Buccolo, Geschäftsführer der Pizzeria Da Nino, aus dem Fenster schaut und fragt, wie man denn vorgehen müsse, um den Parkplatz vor der Pizzeria dauerhaft zu begrünen.

Die Ausschreibung für den Ideenwettbewerb «Berner Oasen» gibt der Idee einen weiteren Schub. Marius Christen, Co-Präsident von Läbigi Stadt und Duscha Padrutt vom Verein Quartierzeit und Vorstandsmitglied von Läbigi Stadt setzen sich mit der Pizzeria Da Nino zusammen und verbinden ihre Anliegen: Stadtbewohner*innen für die Thematik der Entsiegelung sensibilisieren und den Raum rund um die Pizzeria begrünen. Ursula Bader und Rahel Stricker von der neu gegründeten Wildwuchs GmbH stossen zum Team dazu und entwickeln ein Basismodul aus Holz. Dieses wird mit Kies gefüllt und erhält kleine Pflanzeninseln. Mittlerweile ist auch Silvan Eberle mit dabei, der in der Pizzeria als Kellner arbeitet und ausgebildeter Landschafts- und Gartenarchitekt ist. Er fügt der Konstruktion Sitzelemente hinzu und organisiert das Holz bei einer befreundeten Sägerei. Die öko Gärtnerei Maurer und die Sträucherei Simon Bolz aus Münsingen steuern die Wildpflanzen aus der Region bei, weitere Freiwillige wie Tanja Miljanović, Christian Binz, Florian Kiesewetter und Susanne Baltensperger kommen hinzu. Und so steht sie am Schluss da, die «Wanderoase», mit einem Holzrahmen auf Sitzhöhe und einer mit Wildpflanzen begrünten Kiesfläche. Passant*innen setzen sich hin – weil sie auf ihre Pizza warten, weil sie telefonieren, weil der Platz zum Verweilen einlädt. Die anderen Gäste dieser Oase sind weniger sichtbar: Es sind die Insekten und Würmer, die Pflanzen, die am Philosophenweg ihr neues Zuhause gefunden haben.

Philosophenweg_2022©JoséphineMétraux_1
Bild Legende:
Philosophenweg_2022©JoséphineMétraux_1

Auf der Kiesfläche ist eine kleine Tafel angebracht. Sie informiert darüber, dass es hier um Entsiegelung geht. «Entsiegelung bedeutet, dass Asphalt oder herkömmlicher Beton aufgebrochen wird, so dass der Boden seine wichtigen Funktionen wahrnehmen kann», fasst Duscha Padrutt zusammen. «Dank entsiegelten Flächen kann sich die Stadt an die Klimaveränderungen anpassen und extreme Wettersituationen wie Trockenheit, Hitze oder heftige Regenfälle besser auffangen». Wasser versickert in versiegelten Flächen nicht, sondern fliesst in die Kanalisation. An warmen Tagen wird die Hitze im Boden gespeichert, was zu Hitzeinseln mit häufigeren Tropennächten – mit Temperaturen über 20° – führen kann. Entsiegelungen verbessern nicht nur das Mikroklima und die Biodiversität, sie steigern auch die Aufenthaltsqualität im Quartier.» Ein gelungenes Beispiel sei das Eigerplätzli mit seinen schattenspenden Bäumen und Bänken auf der gegenüberliegenden Seite der Belpstrasse. «Wir hoffen, dass die Idee nun weiterwandert und zu dauerhaften Oasen anregt.» sagt Duscha Padrutt. Entsiegelungs-Interessierte können sich bei ihr melden. Um das Thema spielerisch zu vermitteln und aufzuzeigen, wie Private aktiv werden können, hat sie mit Kunstschaffenden und Naturgartenfachpersonen das Projekt entsiegeln.art ins Leben gerufen. «Entsiegeln ist an sich nichts Umstrittenes, es ist einfach noch zu wenig bekannt».

Infos zum selber aktiv werden finden sich unter entsiegeln.art und auf der Webseite des Vereins Läbigi Stadt.

Philosophenweg_2022©JoséphineMétraux_2
Bild Legende:
Philosophenweg_2022©JoséphineMétraux_2

Weitere Informationen.

Fusszeile