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17. Juni 2011 | Gemeinderat, Direktionen

Thema Gleichstellung: Neuer Stadtrundgang für Jugendliche

«Er darf! Sie auch! Und ich?» Unter diesem Titel bietet die Pädagogische Hochschule Bern in Zusammenarbeit mit den Gleichstellungsfachstellen des Kantons und der Stadt Bern einen Stadtrundgang für Schulklassen der Sekundarstufen I und II zum Thema Gleichstellung an. Der Exkurs in die nahe Vergangenheit bietet den Jugendlichen an Orten des Geschehens einen Einblick in die Geschichte des Kampfes um politische Gleichstellung.

Vor 40 Jahren wurde das Stimm- und Wahlrecht für Frauen eingeführt. Aus diesem Anlass bietet die Pädagogische Hochschule Bern (PH Bern) in Zusammenarbeit mit den Gleichstellungsfachstellen von Kanton und Stadt Bern, der Frauenzentrale BE und dem Verein Frau und Politik einen Stadtrundgang für Schulklassen der Sekundarstufen I und II zum Thema Gleichstellung an. Der Rundgang beginnt in der Vergangenheit und endet in der Gegenwart. Er wurde von Studierenden der PH Bern gestaltet. Von der Reitschule zum Rathaus bis hin zum Bärenplatz haben sie Aspekte des Themas geschickt verbunden und so einen stufengerechten, lebendigen Rück- und Ausblick entstehen lassen. Der Stadtrundgang soll die Jugendlichen an fünf Stationen zum Denken und zum konkreten Handeln animieren.

Station 1: Reitschule: Die Schülerinnen und Schüler lernen die Reitschule als Ort der Jugendkultur und der Partizipation von Jugendlichen kennen, als Ort der politischen Meinungsäusserung mit entsprechenden Auseinandersetzungen und Diskussionen, aber auch als alternativen Kulturort.

Station 2: Progr und NMS: Frühere Unterschiede im Schulsystem für Mädchen und Knaben sind das Thema im Progr beziehungsweise in der NMS am Waisenhausplatz. Ende des 19. Jahrhunderts war der Progr das Gymnasium der Stadt Bern. Mädchen waren zu dieser Zeit nicht zugelassen. Mitte des 19. Jahrhunderts war die NMS als Mädchenschule gegründet worden, weil diese damals keine Möglichkeit einer höheren Schulbildung hatten. Am praktischen Beispiel des Turnunterrichts erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie die Rollen zwischen den Geschlechtern im 19. Jahrhundert verteilt waren.

Station 3: Bundesplatz: Der Bundesplatz spielte für die Frauenbewegung immer wieder eine wichtige Rolle. Auf dem Stadtrundgang stellen die Jugendlichen Veranstaltungen und Demonstrationen nach, wie sie beispielsweise beim Marsch auf Bern 1969 oder beim Frauenstreik 1991 stattgefunden haben. Dabei lernen sie unter anderem die damaligen Pro- und Kontra-Argumente zum Frauenstimmrecht und weitere Anliegen der Gleichstellungsbewegung kennen.

Station 4: Umfrage: 40 Jahre nach der Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen befragen die Schülerinnen und Schüler zwischen Bundesplatz und Zytglogge Passantinnen und Passanten. Im Zentrum stehen dabei die Fragen, ob Männer und Frauen heute im Alltag tatsächlich gleichberechtigt sind, und wo es mit der Gleichberechtigung noch hapert.

Station 5: Rathaus: Der Stadtrundgang endet im Rathaus Bern. Im Grossratssaal erleben die Jugendlichen in praktischer Weise die direkte Demokratie vor 40 Jahren im Vergleich zu heute. Sie erfahren mehr über die Rolle der Frauen in der Politik und können das politische Geschehen – wenn gerade eine Session läuft – auch eins zu eins verfolgen. Das Problem der politischen Gleichstellung ist auch heute noch aktuell und nicht abgeschlossen. Deshalb stellen sich die Jugendlichen zum Schluss die Frage: «und ich?» Was ist mit uns? Was mit Ausländerinnen und Ausländern? Mit diesen Fragen endet der Rundgang. Das Nachbearbeitungsmaterial nimmt diese Fragen wieder auf und vertieft sie.

Die Stadtrundgänge zum Thema Gleichstellung stehen allen interessierten Klassen offen und werden von Studierenden der PH Bern geleitet. Sie werden von August bis Oktober 2011 angeboten und dauern 90 Minuten. Für die Lehrkräfte stehen Arbeitsmaterialien für die Vor- und Nachbereitung zur Verfügung.

Anmeldungen für den Rundgang unter www.rundgangfrauenstimmrecht.ch

 

Informationsdienst der Stadt Bern

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