Navigieren auf Mediencenter

Benutzerspezifische Werkzeuge

Servicenavigation

Content navigation

14. März 2016 | Gemeinderat, Direktionen

Cannabisregulierung: Uni erhält Auftrag für Forschungsprojekt

Die Stadt Bern will in Zusammenarbeit mit anderen Schweizer Städten ein vom Bund zu bewilligendes Pilotprojekt im Bereich Cannabisregulierung durchführen. Der Gemeinderat beauftragt das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern mit der Erarbeitung des detaillierten Forschungsprojekts. Dieses sieht den Verkauf von Cannabis durch Apotheken an die Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer vor.

Gemäss dem im Auftrag der Direktion für Bildung, Soziales und Sport erstellten Rechtsgutachten der Pharmalex GmbH ist die Umsetzung im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts bewilligungsfähig. «Eine solche Bewilligung wäre eine Ausnahmebewilligung für den Anbau, die Einfuhr, die Herstellung und das Inverkehrbringen von Cannabis, die das dafür zuständige Bundesamt für Gesundheit gestützt auf Artikel 8 Absatz 5 BetmG erteilen kann», hält die Juristin Franziska Slongo, Pharmalex GmbH, im Gutachten fest. Dies unter der Voraussetzung, dass «die Betäubungsmittel der wissenschaftlichen Forschung dienen.» Da ein solches Forschungsvorhaben als Humanforschungsprojekt einzustufen ist, ist vor der Gesuchseinreichung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Einholung einer Bewilligung der kantonalen Ethikkommission nötig.

Einbezug von Stadtberner Apotheken

Folgende Eckpunkte hat der Gemeinderat vorgegeben: Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, ihren Wohnsitz in der Stadt Bern haben und bereits Cannabis konsumieren. Der Verkauf des Cannabis soll über Stadtberner Apotheken erfolgen. «Damit kann eine bestehende professionelle Infrastruktur genutzt werden», sagte Gemeinderätin und Gesundheitsdirektorin Franziska Teuscher an einer Medienkonferenz. «Zudem geniessen Apotheken das Vertrauen der Bevölkerung, haben das nötige Fachwissen im Umgang mit Betäubungsmitteln und verfügen über Dispositive betreffend Fragen der Kontrolle und Sicherheit.» Es sei wichtig, dass das Projekt sehr sorgfältig durchgeführt werde. In ersten Gesprächen mit Apothekerinnen und Apothekern wurde auch seitens Apotheken Interesse signalisiert.

Detailliertes Forschungsprojekt liegt Mitte 2016 vor

Prof. Dr. med. Matthias Egger, Direktor des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern, rechnet für die Ausarbeitung des wissenschaftlichen Forschungsprojekts mit einer Dauer von drei bis vier Monaten und einem Kostendach von 20‘000 Franken. Im Vordergrund stehen dabei die Reduktion der Gesundheitsrisiken durch alternative Konsumformen zu Rauchen (z.B. Gebrauch eines Vaporisators, E-Zigaretten etc.), Forschungsfragen zum Konsumverhalten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zur Wirkung und Nutzung von präventiven Interventionen, aber auch zur Qualität des Cannabis im Schwarzmarkt. Die Kosten für die anschliessende Umsetzung können derzeit noch nicht beziffert werden. Es wird auf jeden Fall eine Co-Finanzierung durch den Schweizerischen Nationalfonds angestrebt. Die Erarbeitung des Forschungsdesigns durch das ISPM soll dabei durch eine Begleitgruppe aus verwaltungsinternen und externen Fachpersonen begleitet werden.

Koordination mit anderen Städten

Das Berner Projekt ist Teil der beabsichtigten Forschungsprojekte in anderen Schweizer Städten bzw. Kantonen. Die Erarbeitung des Forschungsdesigns sowie die anschliessende Unterbreitung beim BAG erfolgt in Koordination mit den Projektarbeiten in Basel, Genf und Zürich. Die Umsetzung soll im Rahmen einer gemeinsamen wissenschaftlichen Gesamtevaluation erfolgen. 

Informationsdienst Stadt Bern

Weitere Informationen.

Archiv

Fusszeile