BUGAW: Gemeinderat hält an seiner Beschwerde fest
Eine Verbindung der Allmenden in Form einer breiten Überdachung der Autobahn ist nicht bewilligungsfähig. Zu diesem Schluss kommt eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Stadt Bern in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA), dem Kanton und den umliegenden Gemeinden. Der Gemeinderat bedauert den Umstand, dass die angestrebte grosszügige und einladende Verbindung nicht machbar ist. Hinzu kommt, dass der Bundesrat mit der Rückstufung des «Bypass Bern Ost» die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen grundlegend verändert hat. In der aktuellen Form kann der Gemeinderat das BUGAW-Projekt (Anschluss Wankdorf) deshalb weiterhin nicht gutheissen. Er hält an seiner Beschwerde fest, bekennt sich aber zu einer weiter konstruktiven Zusammenarbeit und Lösungssuche mit den Partnerinnen und Partnern im Raum Wankdorf.
Im Juni 2025 reichte die Stadt Bern Beschwerde gegen die Plangenehmigung des BUGAW-Projekts ein. Dies mit dem Ziel, städtebauliche Verbesserungen zu erreichen und Mehrverkehr in den Quartieren zu verhindern (siehe Medienmitteilung vom 2. Juni 2025). In der Folge einigte sich die Stadt mit dem ASTRA, dem Kanton und den umliegenden Gemeinden darauf, mittels Machbarkeitsstudie eine Verbindung der Allmenden zu prüfen. Zudem verständigten sich die Projektpartner auf die Ausarbeitung einer Vereinbarung, um sicherzustellen, dass der neue Autobahnanschluss Wankdorf in den angrenzenden Quartieren nicht zu Mehrverkehr führt (siehe Medienmitteilung vom 11. September 2025).
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden unter Federführung des ASTRA und der Fachämter der Stadt Bern vier Varianten einer begrünten Überdachung der Autobahn zwischen den Allmenden geprüft. Untersucht wurden die technische und rechtliche Machbarkeit sowie qualitative Merkmale. Inzwischen ist die Analyse abgeschlossen und die Resultate liegen vor. Der Gemeinderat bedankt sich an dieser Stelle bei den Projektpartnern für die konstruktive Zusammenarbeit in den letzten Monaten.
Erhebliche Auswirkungen auf Landschaftsbild und Umgebung
Die Machbarkeitsstudie kommt zum Schluss, dass eine Variante mit einer Breite von rund 100 Metern Überdachung zwar technisch umsetzbar wäre und das Ziel von vielfältigen Nutzungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten erfüllen würde. Allerdings wären erhebliche Eingriffe in die historische Baumallee entlang der Bolligenstrasse erforderlich. Diese vom Gemeinderat favorisierte Variante wurde deshalb als nicht bewilligungsfähig eingestuft.
Bei zwei schmaleren Varianten wären die Auswirkungen auf die Baumallee deutlich geringer, wodurch eine Bewilligung als wahrscheinlicher eingestuft wird. Das Ziel einer breiten Verbindung der Allmenden könnte aber nicht erfüllt werden – die neu gewonnenen Frei- und Grünflächen sowie die Nutzungs- und Aufenthaltsqualität wären im Vergleich zu den breiteren Varianten wesentlich geringer.
Der Gemeinderat nimmt die fehlende Machbarkeit einer grosszügigen (Wieder-) Verbindung der Allmenden im Zuge des BUGAW-Projekts mit Bedauern zur Kenntnis. Damit bleibt ein wesentlicher Beschwerdepunkt bestehen, unabhängig von den noch laufenden Abklärungen des ASTRA zur Verhinderung von Mehrverkehr in den Quartieren.
Neue Ausgangslage nach Rückstufung des Bypass Bern Ost
Nach dem Entscheid des Bundesrates, das Projekt «Bypass Bern Ost» (ByBO) zurückzustufen (vgl. Medienmitteilung vom 26. Januar 2026), ergibt sich zudem hinsichtlich BUGAW eine neue Ausgangslage. Der Bund hatte zuvor regelmässig den engen Zusammenhang zwischen den beiden Autobahnprojekten betont und die stadtseitige Zustimmung zum BUGAW erfolgte stets unter der Prämisse der Realisierung des ByBO. Mit seinem Entscheid, den ByBO bis auf Weiteres zu vertagen, hat der Bundesrat die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen grundlegend verändert. Ein aus städtischer Sicht wichtiges Argument für die Realisierung des BUGAW fällt weg.
Unter Berücksichtigung der fehlenden Machbarkeit einer grosszügigen Verbindung der Allmenden und der neuen Ausgangslage nach der Rückstufung des ByBO, lehnt der Gemeinderat das BUGAW-Projekt in der aktuellen Form nach wie vor ab. Entsprechend hält er auch an seiner Beschwerde gegen die Plangenehmigung fest. Die beiden schmalen Überdachungs-Varianten sollen nach Auffassung des Gemeinderats zu gegebener Zeit ausserhalb des Beschwerdeverfahrens weiter vertieft werden.
Gemeinderat will zukunftsfähige Entwicklung im Raum Wankdorf
Gleichwohl möchte der Gemeinderat weiterhin nach Lösungen suchen, um die Verträglichkeit und die Akzeptanz des BUGAW-Projekts zu verbessern. Ebenso ist es dem Gemeinderat ein Anliegen, auf eine zukunftsfähige Entwicklung des ESP Wankdorf hinzuarbeiten. Die bisher angestrebten Entwicklungen basieren auf dem kantonalen Richtplan, der von einer Realisierung des BUGAW ausgeht. Der Gemeinderat will sich deshalb beim Kanton und den Entwicklungspartnerinnen und -partnern im ESP Wankdorf dafür einsetzen, dass trotz der Verzögerung des BUGAW-Projekts und gegebenenfalls auch ohne dessen Realisierung weitere Arbeitsplätze, Wohnungen sowie Sport- und Freizeitangebote entstehen können.
Dokumente
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| Schlussbericht Bern Verbindung Allmenden (PDF, 12.0 MB) |
