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Rede anlässlich der Verleihung des Berner Sozialpreises 2025 freiwillig.engagiert

5. Dezember 2025

Rede von Gemeinderätin Ursina Anderegg, Direktorin für Bildung, Soziales und Sport, anlässlich der Verleihung des Berner Sozialpreises 2025 freiwillig.engagiert, 5. Dezember 2025.

Liebe Bewerber*innen für den «Berner Sozialpreis 2025 freiwillig.engagiert»
Werte Mitglieder der Jury
Liebe Vertreter*innen und Musiker*innen des konsibern
Liebe Gäste

Auch von meiner Seite: herzlich willkommen zur Verleihung des «Berner Sozialpreises 2025 freiwillig.engagiert». Es ist für mich die erste Verleihung des Sozialpreises, und ich habe mich sehr darauf gefreut. Denn sie zeigt nicht nur Sieger*innenprojekte, sondern auch, wie breit die Palette an Engagement und Freiwilligenarbeit in der Stadt Bern ist. Das ist grossartig. Ich möchte allen Beteiligten und der Jury danken für ihren Einsatz, dank dem wir jedes Jahr der Freiwilligenarbeit eine Bühne bieten können.

Dieses Jahr haben wir 13 Bewerbungen bekommen. Jedes einzelne Engagement ist wertvoll, und ich bin sehr froh, dass ihr heute so zahlreich erschienen seid, denn ich möchte euch allen gratulieren und Danke sagen, auch wenn wir nicht jedes Projekt auszeichnen können. Ihr Freiwilligen bereichert die Stadt Bern und macht sie zu einer solidarischen Stadt und zu einer «Stadt für alle». Ihr trägt dazu bei, dass auch marginalisierte oder diskriminierte Menschen einen Zugang zu Angeboten bekommen, und damit trägt ihr zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Ihr unterstützt damit den Gemeinderat beim Realisieren des Ziels, das er sich für diese Amtszeit vorgenommen hat: eben genau für einen gerechten Zugang zu den städtischen Angeboten und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sorgen. Ihr leistet einen wichtigen Beitrag und ergänzt das Angebot der Stadt. Ihr erreicht Menschen, welche mit anderen Angeboten nicht oder nur ungenügend erreicht werden.

Dieser Beitrag ist unbezahlbar. Ich bin sehr stolz, Sozialdirektorin in einer Stadt zu sein, die auf ein so grosses freiwilliges Engagement zählen und bauen darf. Vielen Dank.

Danken möchte ich auch von meiner Seite den Musiker*innen, die den Anlass musikalisch begleiten, der Volksschule Wankdorf, die uns beherbergt, und dem Kompetenzzentrum Arbeit, das uns mit dem Apéro verwöhnen wird. Ebenso danke ich der Jury, die zusammen mit mir die Freude und nicht ganz einfache Aufgabe hatte, die Gewinner*innen zu bestimmen.

Alle Projekte, die wir heute auszeichnen, bieten für bestimmte Personengruppen einen «Safer Space».

Das Erleben von Gemeinschaft und Solidarität ist fundamental für ein sicheres Leben und die soziale Teilhabe. Dies ist jedoch für viele Menschen, welche mit Ausgrenzung oder Gewalt konfrontiert sind, auch in der Stadt Bern keine alltägliche Selbstverständlichkeit. Umso wichtiger sind sichere Räume, «Safer Spaces», welche einen geschützten Rahmen bieten, um sich angstfrei begegnen, Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig stärken zu können. In der Stadt Bern werden zahlreiche «Safer Spaces» von Freiwilligen organisiert.

Diese sicheren Räume sollen in erster Linie Schutz bieten und die Auseinandersetzung mit allfälligen Diskriminierungserfahrungen sowie Empowerment ermöglichen. Die Freiwilligen bieten ihren Zielgruppen in den vier heute ausgezeichneten Projekten einen solchen Raum, was für viele Berner*innen lebenswichtig ist.

Als erstes zeichnen wir ein Projekt aus, das mit seinen Freiwilligen ganz jungen Menschen einen solchen «safer space» bietet, und zwar Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 15 Jahren. Es ist ein monatlicher queerer Treff für LGBTQAI+ Menschen, für Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 15 Jahren ohne Label, für Kinder von Regenbogeneltern, für deren Freund*innen und für alle, die sich nach einem Ort sehnen, an dem sie sein können, wie sie sind. Der Treff findet im Jugendraum N6 in der Länggasse statt. Das Projekt bietet auch ein Angehörigenkaffee. Vier junge erwachsene Freiwillige veranstalten die Nachmittage und werden dabei von einem Jugendarbeiter der reformierten Kirche Paulus unterstützt.

Und nun darf ich die Vertreter*innen des Regenbogentreffs Bern zu uns bitten.

Auch das zweite Projekt, das mit 3’000 Franken ausgezeichnet wird, bietet einen «safer space», bzw. ein sicheres und respektvolles Umfeld. Das ausgezeichnete Kollektiv bietet eine Anlaufstelle gegen sexualisierte Gewalt bei Fussballspielen der Berner Young Boys, sowohl an Heimspielen im Stadion als auch in Extrazügen. Erlebt eine Person an einem Heim- oder Auswärtsspiel von YB einen Übergriff, bietet die von langjährigen YB-Fans gegründete Anlaufstelle im ganzen Stadion sowie im Extrazug niederschwellig Hilfe an. Damit will das Kollektiv Verantwortung übernehmen und ein sicheres und respektvolles Umfeld für alle Personen fördern.

Darf ich die Vertreter*innen des Kollektivs «Ds Gäube Bänkli» zu uns bitten?

Beim ersten Projekt, das mit 7’000 Franken ausgezeichnet wird, engagieren sich Freiwillige dafür, dass Menschen, die von Rassismus gegen People of Colour und Sexismus betroffen sind, einen öffentlichen Schutzraum und einen Ort der Begegnung haben. Ziel des Kollektivs ist es, einen physischen «Safer Space» für aktives anti-rassistisches Wirken, Selbstermächtigung und Bildung zu schaffen sowie einen Ort für Treffen, Aus-tausch, Vernetzung, Verweilen und Healing für «Schwarze und Schwarzgelesene Frauen und Femmes» und alle, die an antirassistischer Arbeit interessiert sind. Dieser Ort befindet sich im PROGR.

Ich darf die Vertreter*innen des Café Révolution zu uns bitten.

Beim zweiten Projekt, das mit 7’000 Franken ausgezeichnet wird, kümmern sich 20 bis 30 Freiwillige seit fast 50 Jahren mit grosser Verlässlichkeit um einsame und marginalisierte Menschen, die von anderen Angeboten kaum erreicht werden. Sie bieten einen Raum der sozialen Teilhabe, Würde und Wärme. Die Besucher*innen finden dort Geborgenheit, Gespräche, Verständnis und Verpflegung. Sie können dort Zeitung lesen, sich aufwärmen, Gesprächspartner*innen finden oder ganz einfach ihr Herz ausschütten. Frühstück, Suppe und die Getränke werden unentgeltlich offeriert. Es handelt sich um den Aufenthaltsraum an der Postgasse, einem Projekt der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Region Bern (AKiB).

Ich darf die Vertreter*innen des Aufenthaltsraums Postgasse zu uns bitten.

Weitere Informationen.

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