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Projekt «VIF!»: Interview mit Priska Ammann

8. Juli 2019

Dicht, lebendig, gemeinschaftlich organisiert und naturnah

Bild Legende:
Priska Ammann, Architektin, Ammann Albers StadtWerke

Das Projekt «VIF!» hat beim städtebaulichen Wettbewerb den ersten Rang «Städtebau» und «Stadtteilpark» belegt. Hinter diesem Projekt steckt ein eingespieltes Team aus Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen, Verkehrsplaner*innen und Soziolog*innen. Die diplomierte Architektin ETH SIA, Priska Ammann, äussert sich im Namen des Teams zu ihrer Vision des künftigen Quartiers.

 

 

 Was ist Ihre Vision des Quartiers Viererfeld/Mittelfeld?

Ammann: Kurz gesagt: dicht, lebendig, gemeinschaftlich organisiert und naturnah. Ich will aber ein bisschen ausholen. Im neuen Quartier hat es weniger Autos und mehr Velos. Die Menschen engagieren sich. Ich sehe ein Quartier, in dem das Leben gemeinschaftlich organisiert wird. So dürfen beispielsweise in den beruhigten Wohngassen die Tische herausgestellt werden und die Bewohner*innen essen gemeinsam «Znacht», oder man engagiert sich beim urban gardening. Die Kombination von dichter Besiedlung und naturnaher Lebensweise funktioniert. Die Menschen leben modern und gut mit der Natur.

 

Das prägende Merkmal des Projekts «VIF!» sind zwei diagonale Achsen, die das Rückgrat des neuen Quartiers bilden. Welche Überlegungen stecken hinter dieser Idee?

Ammann: Wir haben mehrere sogenannte «Wunsch-Gehlinien» erforscht, gebündelt und miteinander verbunden. Diese Linien nennen wir Eselspfade: Diesen Pfad würde man intuitiv einschlagen, um auf direktem Weg ans Ziel zu gelangen. Im Viererfeld sind es zwei Achsen, die sich kreuzen und einen kurzen Abschnitt gemeinsam verlaufen. Diesen Abschnitt haben wir Stammstrecke genannt – alle Wege im Viererfeld führen durch diese Strecke.

 

Sie erarbeiten zusammen mit sechs weiteren beauftragten Teams aus dem städtebaulichen Wettbewerb den Masterplan in einem «Team Dialog». Was heisst das konkret?

Ammann: Das VIF-Team entwickelt den Masterplan und formuliert darin gewisse Regeln wie Baulinien, definiert die Eingangsseiten der Gebäude und entwickelt gestalterische Regeln, damit die vielen verschiedenen Architekturen trotzdem ein Ganzes bilden. Die anderen Wohnbauteams entwickeln aufgrund dieser Regeln Testprojekte für jeweils zwei bis drei Standorte. Die Teams können sich mit diesen Projekten bei den künftigen Investorinnen und Investoren bewerben.

 

Der «Stadtteilpark» soll dereinst offen sein für vielfältige Nutzungen. Was genau ist vorgesehen?

Ammann: Es wird einen grossen, freien Allmendteil in Form einer Wiese geben. Diese Wiese kann vielfältig genutzt werden, beispielsweise für Ballspiele oder für ein freies Picknick. Dazwischen bilden die Stadtgärten – die ehemaligen Familiengärten – die Pufferzone zwischen dem Allmend- und dem Gebäudeteil. Weiter ist ein Kinderspielplatz in der Nähe des bereits Bestehenden vorgesehen. Im Norden des Quartiers, in der Nähe des künftigen Schulhauses, wird es einen Spiel- und Sportbereich mit einem Pumptrack geben.

 

Interview: Anne Bernasconi, naturaqua PBK, Bern

Bild: Priska Ammann, Ammann Albers StadtWerke, Zürich

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