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16. August 2023 | Gemeinderat, Direktionen

Den Berner Osten mit ganzheitlicher Planung entwickeln

Der Bund plant, die Nationalstrasse A6 zwischen Bern Expo und Muri b. Bern in einen Tunnel zu verlegen. Dies eröffnet die grosse Chance zur Stadtreparatur und zur Schaffung von zusätzlichem Stadt- und Freiraum. Mit der grossräumigen Planung Chantiers Bern-Ost will der Gemeinderat die Entwicklung von Beginn an zukunftsgerichtet mitgestalten. Nun hat er das dafür erforderliche Kreditgeschäft zuhanden des Stadtrats verabschiedet.

Die Autobahn A6 verläuft heute im Osten Berns mitten durch das städtische Siedlungsgebiet und belastet dieses durch Lärm und Luftverschmutzung stark. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) beabsichtigt, die Nationalstrasse im Abschnitt Bern Expo/Mingerstrasse bis zum Anschluss Muri b. Bern ab Mitte der 2040er-Jahre in einem rund 4,5 Kilometer langen Tunnel zu führen, dem Bypass Bern-Ost. Das bestehende Autobahntrassee wird für eine andere Nutzung frei. Der Bypass Bern-Ost eröffnet damit die grosse Chance zur Stadtreparatur und zur Schaffung von zusätzlichem Stadt- und Freiraum mit neuer verkehrlicher, sozialräumlicher und städtebaulicher Funktion.

Leitbild Fokusraum Bern-Ost: Übergeordneter raumplanerischer Rahmen

Als Grundlage für die raumplanerische Abstimmung und Koordination rund um den Bypass haben das ASTRA, der Kanton Bern, die Regionalkonferenz Bern-Mittelland, die Stadt Bern sowie die Gemeinden Muri b. Bern und Ostermundigen gemeinsam das Leitbild Fokusraum Bern-Ost erarbeitet und im Juni 2023 als Absichtserklärung unterzeichnet. Das Leitbild zeichnet räumliche Zukunftsbilder und legt die Entwicklungs­grundsätze für den Fokusraum Bern-Ost fest.

Chantierplanung: Entwicklung mitgestalten statt zuwarten

Die Planungen Bypass Bern-Ost und Fokusraum Bern-Ost tangieren strategisch wichtige Entwicklungsgebiete aus dem Stadtentwicklungskonzept Bern (STEK 2016) – so etwa die beiden Chantiers Korridor A6-Süd und Galgenfeld (siehe Box). Angesichts der hohen Komplexität, stadtteilübergreifenden Fragestellungen sowie zahlreichen Abhängigkeiten und Schnittstellen der verschiedenen Planungen im Berner Osten hat der Gemeinderat beschlossen, die städtische Planung in der grossräumigen Gebietsentwicklung Chantiers Bern-Ost zusammenzufassen. Ziel ist es, eine ganzheitliche, zukunftsgerichtete und nachhaltige Stadtentwicklung sicherzustellen. Zu diesem Zweck wird die Stadt Bern bis im Jahr 2026 ein Zukunftsbild 2050+ mit langfristigem Horizont sowie ein Entwicklungsprogramm 2027+ mit kurz- bis langfristigen Massnahmen erarbeiten. Bereits heute gibt es grosses Verbesserungspotenzial. Dieses gilt es auszuschöpfen und zugleich auf die künftige Entwicklung des neuen Stadtraums ohne Autobahn abzustimmen. Der Gemeinderat strebt deshalb auch Sofortmassnahmen an, um den Planungsprozess erlebbar zu machen. Der kontinuierliche Einbezug von Bevölkerung und Öffentlichkeit ist integraler Bestandteil der Gebietsentwicklung Chantiers Bern-Ost. Entsprechend sollen die Planungsprodukte Zukunftsbild 2050+ und Entwicklungsprogramm 2027+ im Dialog erarbeitet werden.

Frühzeitig die notwendigen Ressourcen mobilisieren

Der Gemeinderat beantragt dem Stadtrat, den bestehenden Investitionskredit für die Gebietsentwicklung Chantiers Bern-Ost von 150’000 Franken auf 3,335 Millionen Franken aufzustocken. Darin enthalten sind auch auf drei Jahre (2024–2026) befristete Stellenprozente. Der Kreditantrag an den Stadtrat umfasst den Aufwand bis zur Verabschiedung des Zukunftsbilds 2050+ und des Entwicklungsprogramms 2027+. Dem Gemeinderat ist es wichtig, frühzeitig die notwendigen Ressourcen zu mobilisieren, um bereits heute in die Zukunft investieren zu können. So kann die Stadt Bern ihre Interessen aktiv in die Planungen Bypass Bern-Ost und Fokusraum Bern-Ost einbringen. Zuzuwarten, bis der neue Tunnel gebaut sein wird, wäre eine vergebene Chance.

Chantier-Planungen in der Stadt Bern

Die Chantiers (französisch: Baustellen) sind strategisch wichtige Stadtgebiete der Innenentwicklung. Sie zeichnen sich durch ein grosses Aufwertungs- und Entwicklungspotenzial aus. Bei der Planung der Chantiers bietet sich die Chance, arealübergreifende Potenziale zu nutzen und Defizite zu bearbeiten. Die Grundzüge für die insgesamt zwölf Chantiers sind im STEK 2016 festgelegt.

Gemeinderat der Stadt Bern

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