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12. Februar 2026 | Gemeinderat, Direktionen

Fachstelle Radikalisierung veröffentlicht Jahresstatistik

Die Fachstelle Radikalisierung und Gewaltprävention der Stadt Bern hat im vergangenen Jahr 50 vertiefte Beratungsgespräche geführt. Das sind 20 mehr als im Vorjahr.

Die Fachstelle Radikalisierung und Gewaltprävention der Stadt Bern ist im Kanton Bern die Anlaufstelle für Fragen und Beratungen zu den Themen Radikalisierung, Extremismus und damit verbundene Gewalt. Sie berät und sensibilisiert Betroffene, Fachpersonen und Interessierte. 2025 verzeichnete die Fachstelle 50 vertiefte Beratungsgespräche zum Thema Radikalisierung.

Beratungsangebot wird deutlich mehr genutzt

Dies ist eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vorjahr mit 30 Beratungen. «Die grössere Anzahl dürfte einerseits auf die stärkere Bekanntheit des Angebots zurückzuführen sein, andererseits auf gesellschaftliche Entwicklungen wie die stärkere Polarisierung», ordnet Fachstellenleiter Roland Knöri ein. «Positiv ist, dass unser Angebot bekannt ist und genutzt wird. So können wir gemeinsam mit dem Umfeld der betroffenen Person der Radikalisierung entgegenwirken», sagt Knöri. Die Fachstelle beriet im vergangenen Jahr vor allem Fachpersonen (68 Prozent), Eltern (12 Prozent) und andere nahestehende Personen (20 Prozent).

Vorwiegend religiöse Radikalisierungen

Die 50 Anfragen verteilen sich auf alle Radikalisierungsrichtungen (religiös, politisch, monothematisch), wobei ein grösserer Teil dem religiösen Spektrum zuzuordnen ist. Bei den potenziell radikalisierten oder radikalisierten Personen handelt es sich mehrheitlich um Jugendliche oder junge Erwachsene. 2025 waren es 64 Prozent Männer, 28 Prozent Frauen und 8 Prozent gemischte Gruppen.

Weiterführung des Mentorings der Stadt Bern

Seit 2019 hat die Fachstelle zudem ein Mentoring aufgebaut. Dabei werden potenziell radikalisierte oder radikalisierte Personen begleitet. Durch die psychosoziale Beratung soll die Person aus ihrer Isolation herausgeführt, in die Gesellschaft integriert und dadurch von ihrer Radikalisierung weggeführt werden. Schweizweit ist das Projekt einzigartig. Im vergangenen Jahr wurden 12 Personen neu ins Mentoring aufgenommen. Seit Beginn des Projekts begleitete die Fachstelle 42 Personen. Neu unterstützt das Amt für Integration und Soziales des Kantons Bern das städtische Angebot finanziell. Die Anschubfinanzierung des Bundes lief Ende 2025 aus.

Mehr Beratungsanfragen aus der Stadtverwaltung

Die Fachstelle ist zudem Anlaufstelle für städtische Mitarbeiter*innen, die bei ihrer Tätigkeit beschimpft, bedroht oder körperlich angegangen werden. Auch in diesem Bereich stieg die Zahl der Anfragen. 55 waren es im letzten Jahr. Das sind 31 mehr als im Vorjahr. Diese Zunahme ist vor allem auf die grössere Bekanntheit des Beratungsangebots zurückzuführen. Die Fachstelle konnte die betroffenen Mitarbeitenden beraten und im weiteren Vorgehen unterstützen. Zudem führte sie Schulungen durch.

Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie

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