Rechnung 2025: Schwarze Null dank Steuererträgen
Die Rechnung 2025 der Stadt Bern schliesst mit einem leichten Plus von 1,7 Millionen Franken ab. Budgetiert war ein Minus von 29,8 Millionen Franken. Das Ergebnis kommt in erster Linie wegen um 37 Millionen Franken über Budget liegender Steuereinnahmen zu Stande. Weil 25,5 Millionen Franken des Steuermehrertrags ausserordentlich und einmalig sind, ergibt sich keine finanzpolitische Trendwende.
Am 24. November 2024 haben die Stimmberechtigten der Stadt Bern ein Budget 2025 beschlossen, das ein Defizit von 29,8 Millionen Franken vorsah. Nun hat der Gemeinderat die Jahresrechnung 2025 der Stadt Bern verabschiedet. Diese schliesst bei einem Umsatz von 1,51 Milliarden Franken mit einem Gewinn von 1,7 Millionen Franken ab. Die finanzpolitischen Reserven der Stadt steigen mit der Einlage des Überschusses auf 96,2 Millionen Franken. Die in der Finanzstrategie des Gemeinderats definierte Eigenkapitalhöhe von 120 bis 180 Millionen Franken wird trotz des Überschusses weiterhin verfehlt.
Mit Einmaleffekten zu hohen Steuererträgen
Der Fiskalertrag fällt mit einem Rekordergebnis von 648 Millionen Franken um 37 Millionen Franken (6,1 %) höher aus als budgetiert. Der grösste Anteil (+31,9 Mio. Franken) entfällt dabei auf Steuern von natürlichen Personen. Allerdings sind 7,1 Millionen Franken dieses zusätzlichen Ertrags auf Nachfakturierungen von Quellensteuern zurückzuführen und somit einmalig.
Die Steuern von juristischen Personen tragen unter dem Strich mit einem Plus von 3,5 Mio. Franken ebenfalls zu diesem Ergebnis bei. Das Plus bei den juristischen Personen ist einem ausserordentlichen Ertrag (18,4 Mio. Franken Gewinnsteuer einer juristischen Person) zu verdanken – ohne diesen Betrag wären die Erträge der juristischen Personen um rund 15 Millionen Franken unter Budget ausgefallen. Zusammenfassend sind also 25,5 Millionen Franken – rund zwei Drittel des höheren Steuerertrags – auf einmalige und ausserordentliche Erträge zurückzuführen.
Weiterhin hohe Investitionen, aber keine Neuverschuldung
Mit Nettoinvestitionen von 159,9 Millionen Franken hat die Stadt 2025 nahezu den Rekordwert aus dem Jahr 2023 (163,9 Mio. Franken) erreicht. 96 Millionen Franken flossen in Hochbauprojekte, 43 Millionen Franken in den Tiefbau und 16 Millionen in die Informatik. 83,4 Prozent der geplanten Investitionen wurden realisiert, was im zehnjährigen Durchschnitt hoch ist.
Mit einem deutlichen Rückgang des Investitionsvolumens ist auf mittelfristige Sicht nicht zu rechnen. Damit öffnet sich die Schere zwischen Betriebsfolgekosten von Investitionen (Kapitalkosten, zusätzliches Personal, Unterhalt) und der Finanzkraft der Stadt Bern weiter. Weil im Jahr 2024 die aufgenommenen Fremdmittel über dem Finanzbedarf lagen, bleibt die verzinsliche Verschuldung der Stadt 2025 trotz eines ungenügenden Selbstfinanzierungsgrads von 60,3 Prozent bei 1,5 Milliarden Franken.
Eingeschlagenen Weg weiterführen
Auch mit dem klar über Budget liegenden Rechnungsergebnis 2025 erreicht die Stadt mit einem Bruttoverschuldungsanteil von 132,9 Prozent nur eines der vier übergeordneten Ziele ihrer Finanzstrategie. Der positive Abschluss entspricht keiner finanzpolitischen Trendwende, ermöglicht es dem Gemeinderat jedoch, seinen auf die Legislaturschwerpunkte abgestützten finanzpolitischen Kompass weiterzuverfolgen. Dieser ist um einen verantwortungsvollen, nachhaltigen Einsatz personeller und finanzieller Ressourcen besorgt und will den Erhalt der finanziellen Reserven sowie mehrheitsfähige Budgets ohne massive Sparpakete und mit gleichbleibendem Steuersatz erreichen.
Dokumente
| Titel |
|---|
| Präsentation MK Rechnung 2025 (PDF, 568.2 KB) |
