Start der Vernehmlassung zum Car- und Reisebuskonzept
Der Gemeinderat hat das neue Car- und Reisebuskonzept zur öffentlichen Vernehmlassung freigegeben. Ziel ist, die Innenstadt zu entlasten und die Parkierung der Reisebusse ausserhalb des Zentrums zu konzentrieren. Die Einführung kostendeckender Gebühren soll eine wirtschaftlich nachhaltige Nutzung der Infrastruktur gewährleisten.
Bislang verfügt die Stadt Bern über kein gesamtheitliches Konzept für den Umgang mit dem Car- und Reisebusverkehr. Dies führt insbesondere im Umfeld des Bärenparks und in der Innenstadt zu unkoordiniertem Ein- und Aussteigen sowie zu wildem Parkieren, was die Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität beeinträchtigt. Zudem werden derzeit keine spezifischen Gebühren für den Reisebusverkehr erhoben, was nicht mehr zeitgemäss ist.
Entlastung für die Innenstadt
Das neue Car- und Reisebuskonzept soll im Hinblick auf das geplante Fern- und Reisebusterminal Neufeld (vgl. Kasten) zu einer Entlastung der Innenstadt und einer Verkehrsberuhigung führen. Das Konzept sieht reservierungspflichtige Parkierungsangebote ausserhalb des Zentrums vor, die den Reisebusverkehr gezielt lenken und den Suchverkehr minimieren sollen. In der Innenstadt werden mittelfristig keine Abstellplätze für Reisebusse mehr zur Verfügung stehen, sondern punktuelle Haltemöglichkeiten für den kurzzeitigen Ein- und Ausstieg.
Das Parkieren der Reisebusse soll künftig über ein Online-Buchungs- und Reservationssystem abgewickelt werden: Mit der Buchung erhält der Reisebus eine Bewilligung für einen reservierten Parkplatz sowie für das Ein- und Aussteigenlassen der Gäste an einem frei wählbaren Halteplatz. Für diese Buchung ist eine mit anderen Destinationen vergleichbare Tagesgebühr von 50 Franken vorgesehen.
Parkieren ohne Vorreservation soll weiterhin möglich sein, allerdings nur noch beim Fern- und Reisebusterminal Neufeld. Die künftigen Gebühren beim Fern- und Reisebusterminal werden von der AWAG als Betreiberin des Terminals festgelegt und sind nicht Gegenstand des städtischen Gebührenreglements. Aktuell kostet das Parkieren beim Terminal Neufeld in der ersten Stunde 15 Franken, für jede weitere Stunde werden fünf Franken fällig.
Flexible Einführung nach Anpassung des Gebührenreglements
Nach der erforderlichen Anpassung des städtischen Gebührenreglements kann das neue Regime schrittweise eingeführt werden, unabhängig vom Realisierungszeitpunkt des Fern- und Reisebusterminals Neufeld. Das Konzept ist darauf ausgerichtet, den Reisebusverkehr langfristig auf das neue Terminal zu lenken, bleibt jedoch flexibel für ergänzende Massnahmen wie Haltegebühren oder ein Slot-Management an besonders belasteten Standorten.
Die öffentliche Vernehmlassung dauert vom 9. Februar bis 30. April 2026. Bis dahin erhalten die interessierte Öffentlichkeit, Interessenverbände und politische Parteien die Möglichkeit, Stellung zum Car- und Reisebuskonzept zu nehmen. Ein Entwurf des Konzepts steht als Download auf der Webseite Vernehmlassungen des Gemeinderats zur Verfügung. Dort ist auch der Kontakt für Vernehmlassungsantworten aufgeführt. Die Ergebnisse fliessen in die definitive Ausgestaltung des Konzepts ein.
Fern- und Reisebusterminal Neufeld
Die Stadt Bern will das heute als Provisorium betriebene Car-Terminal Neufeld zu einem vollwertigen Fern- und Reisebusterminal ausbauen. Der Betrieb soll durch die Autoeinstellhalle Waisenhausplatz AG (AWAG) erfolgen, an welcher die Stadt Bern eine Mehrheitsbeteiligung hält. Basierend auf den nun vorliegenden Eckwerten des Car- und Reisebuskonzepts wird in einem nächsten Schritt das Finanzierungs- und Betriebsmodell verhandelt. Zudem wird nun ein Bauprojekt für das Vorhaben ausgearbeitet. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll ein Projektierungskredit beantragt werden. Neben dem Kreditgeschäft für den Bau ist eine Anpassung der baurechtlichen Grundordnung nötig – dazu ist in der Stadt Bern ein Entscheid der Stimmberechtigten erforderlich. Die Stadt Bern kann für die Realisierung des Fern- und Reisebusterminals mit einem substanziellen Beitrag von Bund und Kanton aus dem Agglomerationsprogramm rechnen, sofern der Baubeginn bis spätestens März 2029 erfolgt.
Dokumente
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| Konzept (PDF, 684.6 KB) |
