Klima plus
Team Extra – Die Klimaanpassung der beiden Allmenden wird in den Vordergrund gestellt. Grünflächen und Baumpflanzungen werden ausgedehnt und geben den Rahmen für die übrigen Nutzungen vor.
Leitidee
Die Variante legt den Fokus auf klimatisch wertvolle Grünflächen. Mit Blick auf die zukünftige Stadtentwicklung rund um die Allmenden sollen diese als grüne Inseln gesichert werden. Dadurch leisten die Allmenden einen möglichst grossen Beitrag zur Klimaverbesserung und zur Aufenthaltsqualität im Freiraum.
Freiraum für die Bevölkerung
Durch grosszügige und flächige Baumpflanzungen entlang der Allmendränder und des Rundwegnetzes erhalten die Allmenden einen parkartigen Charakter. Die Sportnutzungen werden in den Park eingebettet. Weiträumige, zusammenhängende Grünflächen bleiben unbelegt, um Offenheit und die Nutzungsflexibilität zu bewahren.
Die Veranstaltungsflächen auf der Grossen Allmend werden so gestaltet, dass sie temporäre Nutzungen für unterschiedliche Zielgruppen und Jahreszeiten erlauben – z.B. einen mobilen Skatepark, Rollhockey, Eisbahn. Der Übergang von den Veranstaltungsflächen zu den Rasensportfeldern wird begrünt. Er kann neu als öffentlicher Aufenthaltsort wie auch als Erweiterungsfläche für Veranstaltungen dienen. An der Schnittstelle zwischen Veranstaltungsflächen, Rasensportfeldern und Kunstrasenfeldern wird mit der «Stadtpergola» ein überdachter, nutzungsoffener Raum angeboten.
Auf der Kleinen Allmend ergänzen Flächen, die frei genutzt werden können, die Familiengärten und den bestehende Pumptrack. Auch eine Kinderbaustelle ist vorgesehen. Entlang der baumgesäumten Wege gibt es verschiedene Sitzgelegenheiten.
Interne Durchwegung
Das Wegnetz erschliesst die Grosse Allmend mit einer zentralen Querverbindung und einem Rundweg entlang des Hügelzugs. Auf der Kleinen Allmend entstehen zusätzliche breite Wegverbindungen in Längsrichtung sowie Spazierwege in den baumbestandenen Eckbereichen. Zum Quartier hin werden baumbestandene Ankunftsorte mit Veloabstellplätzen und Sitzgelegenheiten ausgestaltet.
Parkierung
Die Einstellhalle befindet sich unter den Kunstrasenfeldern nördlich der Tschäppätstrasse. Die Zugänge sind so platziert, dass eine konfliktfreie Erschliessung für den Fussverkehr sichergestellt ist – auch bei Events. Für den Ausgang im Bereich der «Stadtpergola» ist ein kurzer Tunnel nötig.
Sportinfrastruktur
Die Sportinfrastruktur wird auf beiden Allmenden angeordnet. Die Fussballinfrastruktur ist auf der Grossen Allmend konzentriert. Auf der Kleinen Allmend sind die übrigen Breitensportfelder angeordnet. Für den Profifussball sind zwei Naturrasen-Trainingsfelder gegenüber dem Stadion und damit in der Nähe der bestehenden YB-Infrastruktur vorgesehen. Die Felder werden mit Ballfangzäunen und Beleuchtung ausgestattet und mit Gehölzpflanzungen entlang der Ränder in das Gesamtkonzept integriert. Die Kunstrasenfelder bleiben am bisherigen Standort, werden aber um 90 Grad gedreht. Dadurch entsteht Platz für zusätzliche Garderoben an zentraler Lage, welche auch für die Sportfelder der Kleinen Allmend erreichbar sind. Um Raum für baumbestandene Grünflächen zu schaffen, wird auf das Kunstrasenfeld für den Profifussball verzichtet.
Ökologische Aufwertung und Klimaanpassung
Diese Variante stellt die Klimaresilienz ins Zentrum und schlägt auf beiden Allmenden eine signifikante Erhöhung des Baumbestands vor. Die Biodiversität wird auf der Grossen Allmend vor allem entlang des Hügelzugs mit Kleinstrukturen gefördert. Auf der Kleinen Allmend bleibt der Lebensraum der geschützten Zauneidechse erhalten. Durch die Schaffung eines Feuchtbiotopes entsteht ein weiterer Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
Würdigung der Jury
- Die Variante fokussiert auf die Klimaresilienz der Allmenden. Der Aufbau eines attraktiven Landschaftsbilds ist zentral. Die Variante gibt eine Antwort auf wichtige Herausforderung der Allmenden: Hitze und Trockenheit.
- Die Reduktion um ein Fussballfeld schafft Flexibilität, um die Aufenthaltsqualität des ansonsten dicht belegten Raums zu erhöhen.
- Den Wegverbindungen kommt eine zentrale Rolle für die Gestaltung und die Nutzung der Allmenden zu. Sie verbinden verschiedene Nutzungen und schaffen Raum zum Verweilen. Die Verankerung der zentralen Wegachse über die Allmenden muss noch detailliert ausgearbeitet werden.
- Die Platzierung der Veranstaltungsflächen unmittelbar bei der Papiermühlestrasse ist bei Grossveranstaltungen ungünstig, da weder ein öffentlich zugänglicher Pufferraum noch ein Ankunftsraum zwischen Papiermühlestrasse und umzäuntem Veranstaltungsareal besteht.
