Projekte
Die Stadt Bern engagiert sich in diversen gemeinde-, regionen- oder länderübergreifenden Projekten. Die folgende Auswahl von aktuellen und abgeschlossenen Projekten bietet einen kleinen Überblick über die Vielfalt der Projekte.
Demokratieförderung
Die Förderung der Demokratie ist ein wichtiges Anliegen der Stadt Bern, welches auch der Gemeinderat in seinem Legislaturschwerpunkt «Demokratie und soziale Teilhabe» aufnimmt.
Insbesondere das Verständnis für demokratische Werte und die politische Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen der Stadt Bern – aber auch darüber hinaus – soll gestärkt werden.
Dafür organisiert die Stadt Bern in Kooperation mit ihren Partnerorganisationen Veranstaltungen und setzt Projekte um. So organisierte die Stadt Bern beispielsweise im 2025 zusammen mit dem Polit-Forum Bern und der Sektion Demokratie der Abteilung Frieden und Menschenrechte des EDA die Veranstaltung «Demokratie stärken – Die Schweiz im internationalen Dialog», bei der verschiedene Gäste aus der Schweiz und dem Ausland darüber diskutierten, was es braucht, um die Demokratie weltweit zu stärken und weiterzuentwickeln und welchen Beitrag die Schweiz dabei leisten kann.
Verschiedene weitere und weitreichendere Projekte in der Demokratieförderung befinden sich aktuell in der Konkretisierungsphase.
Reformprojekt Quartiermitwirkung
Die Quartierorganisationen sind ein wichtiges Bindeglied zwischen der Stadt Bern und der Bevölkerung. Sie informieren über Themen im Quartier, vertreten Anliegen der Quartierbevölkerung gegenüber der Stadt und wirken bei Vernehmlassungen und Mitwirkungen mit. Zudem nehmen sie Anliegen aus dem Quartier entgegen. Für diese Aufgaben erhalten sie städtische Subventionen.
Um die Quartierorganisationen für zukünftige Herausforderungen zu stärken, hat die Stadt zusammen mit den Quartierorganisationen 2025 das Reformprojekt «Quartiermitwirkung» gestartet. Die Organisationen sollen bekannter und für alle leichter zugänglich werden. Im Rahmen des Reformprojekts werden Rahmenbedingungen geschaffen, damit die Quartierorganisationen professionell, bevölkerungsnah und niederschwellig funktionieren.
NEXPO – Die neue Expo
Die zehn grössten Städte der Schweiz – Basel, Bern, Biel, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich – haben die Idee einer gemeinsamen Landesausstellung angestossen. Die nächste Landesausstellung stellt die Frage nach der Schweiz im 21. Jahrhundert und dem Zusammenleben in ihr ins Zentrum. Es wird keine klassische Expo auf einem definierten und eingezäunten Gelände sein. Stattdessen verbindet sie kulturelle Initiativen in der ganzen Schweiz. Sie ist nicht auf einen Moment beschränkt, sondern als Bewegung angelegt, mit vielen Etappen und Treffpunkten. Sie bewegt sich auf einen Höhepunkt in rund acht Jahren zu. Die NEXPO berücksichtigt gesellschaftliche und technologische Entwicklungen und strebt einen respektvollen Umgang mit Ressourcen an – auch über ihre eigentliche Dauer hinaus.
Angesichts der knappen Bundesfinanzen ist die Realisierung einer Landesausstellung zurzeit unsicher, auch wenn sich die eidgenössischen Räte dafür ausgesprochen haben. Zusammen mit den Konkurrenzinitiativen kämpft NEXPO weiterhin mit einem starken Lobbying darum, dass der Bund seinen Beitrag an die Landesausstellung leistet und das innovative Projekt in den 2030er-Jahren realisiert werden kann.
Swiss Memorial
Im April 2023 hat der Bundesrat beschlossen, in Bern einen nationalen Erinnerungsort für die Opfer des Nationalsozialismus zu realisieren. Damit soll die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur wachgehalten und gleichzeitig ein Zeichen für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und individuelle Grundrechte und gegen Völkermord, Antisemitismus und Rassismus gesetzt werden. Neben einem Erinnerungsort im öffentlichen Raum, auf der Casinoterrasse in der Stadt Bern, ist zusätzlich in St. Gallen ein Bildungs- und Informationsangebot vorgesehen, das dazu beitragen soll, das Bewusstsein für Demokratie und Rechtsstaat zu stärken.
Derzeit läuft das zweistufige Wettbewerbsverfahren für das Swiss Memorial in Bern; Ziel ist es, neben einem Erinnerungsort auch Vermittlung und Sichtbarkeit zu stärken. Die Ergebnisse werden in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet.
Blue Community
«Blue Communities» anerkennen das Menschenrecht auf Wasser und pflegen den Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Partnerschaften im In- und Ausland. Die Stadt Bern gehört seit 2013 zu den ersten drei Blue Communities in der Schweiz. Damit anerkennt die Stadt Bern Wasser als öffentliches Gut, achtet auf den nachhaltigen Umgang mit Wasser und setzt sich für den Verbleib der Wasserversorgung in der öffentlichen Hand ein.
Die Abteilung Aussenbeziehungen und Statistik hat in der Vergangenheit regelmässig Aktivitäten lanciert, um die Grundsätze von Blue Community nicht nur ideell zu fördern, sondern auch im Alltag erlebbar zu machen. So steht an Sitzungen konsequent Leistungswasser statt Flaschenwasser zur Verfügung. Ein weiterer wichtiger Beitrag der Stadt Bern als Blue Community sind Botschaften der amtierenden Stadtpräsidien auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene, zum Beispiel für das Weltwasserforum in Brasilien oder für die UN-Wasserkonferenz in New York.
Abgeschlossene Projekte
Polit-Forum Bern
Der Bund hat beschlossen, das Politforum Käfigturm per Ende 2017 zu schliessen. Um diese wichtige Institution zu retten, setzten sich Stadt, Kanton und Burgergemeinde Bern unter Federführung der Abteilung Aussenbeziehungen und Statistik für den Fortbestand mit einer neuen Trägerschaft ein. Im April 2017 konnte der Verein «Polit-Forum Bern», bestehend aus den drei genannten Institutionen, als neue Trägerschaft gegründet werden. Ferner konnten die beiden Landeskirchen für eine Beteiligung an der Trägerschaft gewonnen werden. Im November 2017 übernahm die neu besetzte Geschäftsstelle den operativen Betrieb des Polit-Forums Bern im Käfigturm.
Kooperation Ostermundigen – Bern
Unter dem Projekttitel «Kooperation Ostermundigen – Bern» strebten die Stadt Bern und die Gemeinde Ostermundigen eine Gemeindefusion an. Am 22. Oktober 2023 stimmte die Stimmbevölkerung der Stadt Bern der Fusion zu, Ostermundigen lehnte die Fusion ab. Damit kam die Fusion nicht zustande.
Engpassbeseitigung A6 Bern-Wankdorf – Muri bei Bern
Mit koordiniertem Vorgehen auf Bundes- und auf Kantonsebene, gemeinsamen Stellungnahmen und regelmässigem Informieren der Öffentlichkeit kämpften die im Unterstützungskomitee «Engpass Wankdorf-Muri beseitigen» involvierten Agglomerationsgemeinden, die Stadt und der Kanton Bern auf politischer Ebene dafür, dass das Bypass-Projekt auf der A6 zwischen Bern-Wankdorf und Muri bei Bern so schnell als möglich realisiert wird. Die Austa war für die Stadt Bern in der operativen Begleitgruppe vertreten und hatte die Geschäftsstelle inne. Der politische Prozess trat mit der Vergabe für das Generelle Projekt durch das Bundesamt für Strassen (ASTRA) 2020 in eine nächste Phase; die Federführung stadtintern übernahm das Stadtplanungsamt der Stadt Bern.
Resonanzgruppe Kernregion Bern
In sechs Gemeinden der Kernregion Bern wurden 2016/17 gleichlautende parlamentarische Vorstösse überwiesen, welche die Schaffung einer «Resonanzgruppe Kernregion Bern» fordern. Ziel dieser Resonanzgruppe war es, die Kommunikation und Zusammenarbeit der Gemeinden innerhalb der Kernregion Bern zu fördern. Im Rahmen einer zweijährigen Testphase 2018/19 trafen sich deshalb Exekutiv- und Legislativvertretungen aus allen Gemeinden der Kernregion zweimal jährlich und tauschten sich zu gemeindeübergreifenden Themen aus. Die Resonanzgruppe hat sich zum Abschluss der Testphase zum «Club der Legislativen» weiterentwickelt, der als informelles Gefäss für den Austausch unter den Legislativen der Kernregion Bern fungieren sollte.
2019 gab die Resonanzgruppe bei Studierenden der Fachhochschule Nordwestschweiz eine Bestandesaufnahme zum Thema «Soziale Innovation in der Kernregion Bern» in Auftrag. Zum selben Thema wurde vom Verein Soziale Innovation Bern Accelerator und der Berner Fachhochschule eine Online-Plattform erstellt; diese ersetzt die bisherigen Arbeiten der Resonanzgruppe.
| Titel |
|---|
| Kernregion Bern Soziale Innovation 2019/2020 (PDF, 4.2 MB) |
Sprachtandem Deutsch-Französisch
Im Rahmen ihrer Mitgliedschaft in der Hauptstadtregion Schweiz arbeitet die Stadt Bern nicht nur in allen Gremien und Arbeitsgruppen mit, sondern initiiert auch Projekte. Ein Beispiel dafür ist der Aufbau eines Sprachtandems für die Angestellten der Städte Bern und Neuchâtel, in dessen Rahmen sich die Teilnehmenden regelmässig treffen, um die eigenen Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern und gleichzeitig die «andere» Kultur kennen zu lernen. Die Pilotphase des Projektes mit über 20 Sprachtandempaaren ist im Frühling 2018 erfolgreich abgeschlossen worden. Die Sprachtandems werden seither über die Hauptstadtregion Schweiz für die Mitarbeitenden ihrer Mitglieder angeboten.
Besuch Dalai Lama
Mitte Oktober 2016 weilte der Dalai Lama auf Einladung der Stadt Bern während zwei Tagen in Bern. Bei seinem Besuch im Haus der Religionen traf er sich im Beisein von ausgewählten Gästen aus Politik, Gesellschaft und Religion zu einem Gespräch mit anderen religiösen Führern. Am Tag darauf hielt er im Kursaal einen öffentlichen Vortrag zum Thema : «Why do we need solidarity in the global crisis?»
Unesco-Welterbetage
Die Stadt Bern, der Verein World Heritage Experience Switzerland und die Schweizerische UNESCO-Kommission haben im 2016 die ersten Unesco-Welterbetage der Schweiz organisiert. Am 11. Juni 2016 fand die offizielle Eröffnungsfeier im Berner Rathaus mit rund 160 geladenen Gästen statt. In Anlehnung an die deutsche Tradition wurden in allen elf Welterbestätten der Schweiz am folgenden Tag dezentrale Anlässe von den Verantwortlichen vor Ort organisiert.
Circo Fantazztico
Anlässlich des 150jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Costa Rica hat die Stadt Bern gemeinsam mit der costaricanischen Botschaft und dem Hilfswerk EcoSolidar vier Auftritte des Circo Fantazztico auf dem Münsterplatz in Bern und einen Apéro Riche für den Corps diplomatique organisiert. Der Circo Fantazztico ist ein zirkuspädagogisches Sozialprojekt, welches Präventivarbeit mit sozial benachteiligten Kindern betreibt. Er besuchte Bern während seiner Europatournee im September 2015.
Wahlstudio in Bern
2019 fand das Wahlstudio zu den nationalen Wahlen erneut im Bundeshaus statt. Wie bereits 2015 traten die Stadt Bern und die Hauptstadtregion Schweiz als Gastgeberinnen auf und haben den im Bundeshaus Anwesenden die Verpflegung organisiert und offeriert. Die Stadt Bern hat zudem das in Bern akkreditierte diplomatische Korps und die Präsidentinnen und Präsidenten der Agglomerationsgemeinden eingeladen, an diesem bedeutenden Tag während einer Führung im Bundeshaus Interessantes und Neues über unser politisches System zu erfahren.
Internationales Demokratieforum in der Stadt Bern
Am Global Forum on Modern Direct Democracy treffen sich jeweils rund 300 Personen aus Politik, Verwaltung, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Im Fokus der Konferenz stehen Instrumente der direkten Demokratie und der Partizipation. Organisiert wird das Forum von der Schweizer Demokratiestiftung (Luzern) und Democracy International (Köln), jeweils in enger Zusammenarbeit mit der Gastgeberstadt.
Die Stadt Bern war als Austragungsort der neunten Ausgabe des Global Forum vorgesehen. Das internationale Demokratieforum war ursprünglich für Herbst 2020 vorgesehen, musste aber aufgrund der Corona-Pandemie auf den Frühling 2021 verschoben werden. Da sich abzeichnete, dass auch zu diesem Zeitpunkt eine Durchführung nicht gewährt war, haben sich die Organisatorinnen zu einer Absage des Anlasses entschieden.
