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2. April 2006 | Feuerwehr und Sanitätspolizei
Medienmitteilungsnummer 114

Die Stadtpolizei Bern teilt mit:

Ausschreitungen anlässlich des 7. Antifa Abendspaziergangs

pid. Am Samstagabend besammelten sich gegen 20.30 Uhr ca. 700 Personen bei der Heliggeistkirche zum 7. antifaschistischen Abendspaziergang. Nachdem im Vorfeld trotz wiederholter Dialogbereitschaft der Polizei kein Gespräch mit den Organisatoren des Abendspaziergangs und damit keine berechenbare, vertrauensbildende Grundlage für eine friedliche Kundgebung zustande gekommen war, war die Ausgangslage klar: Für die Stadtpolizei kam, in Absprache mit dem Gemeinderat, weder ein Umzug durch noch eine Kundgebung in der Innenstadt in Frage. Die Stadtpolizei, unterstützt durch die Polizeikorps des Nordwestschweizerischen Polizeikonkordats und eines Detachements der Stadtpolizei Luzern, sperrte denn auch die Zugänge zur Innenstadt ab. Ueber Lautsprecher wurden die Demonstranten aufgefordert, mit dem polizeilichen Fronteinsatzleiter Kontakt aufzunehmen. Alle von der Polizei vorgeschlagenen Umzugsrouten ausserhalb der Innenstadt wurden aber schliesslich von den Kundgebungsteilnehmenden nicht akzeptiert. Die Demonstranten reagierten mit Schotterstein- und Flaschenwürfen, Knallkörpern und Raketen auf die Polizeisperre. Schliesslich setzte sich der Umzug durch das Bollwerk in Richtung Reithalle in Bewegung. Auf Höhe Aarberger- und Speichergasse wurden die Polizeisperren wiederum massiv, zum Teil mit Pflastersteinen, kleinen Dohlendeckeln und Molotow-Cocktails, angegriffen. Die Polizei setzte daraufhin wiederholt Gummischrot, Reizstoff und die Wasserwerfer ein. Das Geschehen verlagerte sich nun in den Raum Schützenmatte / Reithalle, wohin sich ein grosser Teil der Demonstranten zurückzog. Andere lieferten sich bis nach 23 Uhr im Bollwerk, auf der Schützenmatte, auf dem SBB-Areal, auf der Grossen Schanze und beim Henkerbrünnli Scharmützel mit der Polizei. Nachdem sich die Situation gegen Mitternacht beruhigt hatte, zog sich die Polizei aus dem Raum Schützenmatte / Reithalle zurück.

Die Polizei führte bereits im Vorfeld des Abendspaziergangs im Raum Bahnhof und in der Innenstadt gezielte Personenkontrollen durch. Mehrere Personen wurden festgenommen. Schliesslich belief sich die Anzahl der Festgenommenen auf 72 Personen. Davon waren 22 Jugendliche. Sie werden sich wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte, Sachbeschädigung, Verstoss gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz sowie Landfriedensbruch zu verantworten haben. Die Polizei stellte eine Hochleistungsschleuder, mehrere Messer, Pfeffersprays, Spraydosen und Vermummungsmaterial sicher.  

Während des ganzen Einsatzes war der Kontakt mit der Reitschule gewährleistet. So wurden auch im Interesse der Situation die Veranstaltungen des Abends abgesagt.

Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Sachschäden, die auf dem Rückzug der Demonstrationsteilnehmenden zwischen Heiliggeistkirche – Bollwerk und Schützenmatte entstanden sind, an Einsatzfahrzeugen der Polizei, privaten Fahrzeugen, Schaufenstern und Glastüren, Telefonkabinen sowie teils massiven Sprayereien und Belagsschäden durch das Verursachen von Feuern auf über 100'000 Franken. Die Innenstadt blieb vor Schäden verschont.

Zum  Löschen der Feuer und zum Anbringen von Lattenverschlägen musste die Berufsfeuerwehr aufgeboten werden.  

Dank dem Einsatz von netzunabhängigen Bussen gelang es BernMobil, den öffentlichen Verkehr weitgehend aufrecht zu erhalten. Die Achse Bollwerk - Bubenbergplatz und der Raum Bierhübeli waren jedoch während Stunden für den privaten Verkehr gesperrt. Bevor sie wieder freigegeben werden konnten, musste wegen der vielen Glasscherben das Strasseninspektorat Bern für die Reinigung aufgeboten werden. Selbst Fussgängerinnen und Fussgänger waren gezwungen, den Raum Bollwerk – Bahnhof zu umgehen.

Polizeikommando der Stadt Bern

fm

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