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15. November 2006 | Gemeinderat, Direktionen

Sicherheitsbedingte Baumfällungen in der Stadt Bern

Pilzbefallene Bäume - erhalten oder fällen?

Auch im kommenden Winter muss die Stadtgärtnerei Bern rund 200 Bäume fällen - etwa ein Prozent des von ihr betreuten Baumbestandes. Immer häufiger drohen Stadtbäume umzustürzen, weil sie von Pilzen befallen sind. Die Baumpflegespezialisten versuchen jedoch alles, um möglichst viele Bäume vor der Motorsäge zu retten. So soll auch die ökologisch wertvolle alte Eiche an der Bushaltestelle «Elfenau» weiterleben – trotz Pilzbefalls.

Wie in anderen Städten müssen auch in Bern Jahr für Jahr zahlreiche Bäume gefällt werden - meistens aus Sicherheitsgründen. Zunehmend führen holzzersetzende Pilze zu Fäule im Wurzelbereich, im Stamm oder auch an grossen Ästen. Diese Pilze  dringen an verletzten Stellen der Bäume in den Holzkörper ein, oft als Folge von Verkehrsunfällen, Astausbrüche nach starken Windböen oder Grabarbeiten im Wurzelbereich. Gesunde Bäume können sich bis zu einem gewissen Grad gegen die schädlichen Organismen wehren. Aber weil Stadtbäume durch Luftverschmutzung, gestörten Wasserhaushalt, Streusalzauswirkungen oder Bodenverdichtung oft schon sehr geschwächt sind, haben Pilze in der Regel leichtes Spiel.

 

Pilze lassen Bäume faulen

Holzzersetzende Pilze verursachen durch den Abbau von Zellulose oder Lignin in den Zellwänden eine Weiss-, Moder- resp. Braunfäule, welche die Bruchfestigkeit wesentlich reduziert. Der Baum droht umzustürzen und wird so zu einem Risiko. Die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei achten deshalb bei ihren Kontrollgängen auf Anzeichen von Pilzbefall wie Pilzfruchtkörper an Stämmen, an groben Ästen oder zwischen Wurzelanläufen. Diverse Pilze sind jedoch selbst für Fachleute schwer zu erkennen. Dies führt oft zu Anfragen aus der Bevölkerung, wieso denn dieser scheinbar gesunde Baum gefällt werden müsse. Fragen tauchen auch bei Bäumen auf, die wegen bruchgefährdeter Äste in der Baumkrone mit einem Durchmesser von mehr als 10 cm (Starkäste) gefällt werden müssen. In diesen Fällen kann der nach der Fällung sichtbare Baumstrunk durchaus völlig gesundes Holz aufweisen.

 

Bäume retten – auch die Eiche an der Bushaltestelle «Elfenau»

Die Stadtgärtnerei fällt nur Bäume, welche nach fachlichem Ermessen nicht mehr gerettet werden können. Ziel ist es, einen gesunden Baumbestand zu erhalten und zu pflegen, etwa durch Baumschutz auf Baustellen oder optimale Standortwahl bei Neupflanzungen. Aber auch bereits von Pilzen befallene Bäume sollen mit entsprechenden Massnahmen möglichst lange erhalten bleiben. Mit einem starken Rückschnitt will die Stadtgärtnerei unter anderem die imposante alte Eiche an der Endhaltestelle der Linie 19 in der Elfenau retten. Dieser Baum ist vom Tropfenden Schillerporling (Inonotus dryedeus) befallen (Details siehe Medienrohstoff). Weil die Eiche einer der ökologisch wertvollsten Bäume ist, wird alles daran gesetzt, diesen Baum der Nachwelt zu erhalten. Eichen sind Lebensraum und Futterstätte für unzählige Tiere und garantieren damit auch die Artenvielfalt. Zahlreiche Vögel und Säugetiere sowie rund 400 Insektenarten profitieren von diesen mythenbeladenen Baumriesen. Im Gegenzug nützen die Tiere auch den Bäumen – wie der Eichelhäher, der durch das Anlegen von Eichelvorräten zur Fortpflanzung der Eichen beiträgt.

Aus diesen Gründen misst die Stadtgärtnerei der Erhaltung dieser Eiche in der Elfenau grosse Bedeutung zu.

 

Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün

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