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23. Oktober 2008 | Gemeinderat, Direktionen

Aktionsplan Gleichstellung soll mehr Lebensqualität schaffen

Die Stadt Bern leistet Pionierarbeit auf dem Gebiet der Gleichstellung von Frau und Mann. Als erste Schweizer Gemeinde setzt sie einen eigenen Aktionsplan für die Umsetzung ihrer Ziele im Bereich Gleichstellung in Kraft. Er wurde von der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann (FFG) und einer direktionsübergreifenden Arbeitsgruppe während des letzten Jahres erarbeitet.

Die Stadt Bern setzt ihre Politik der Gleichstellung von Frau und Mann konsequent fort. Mit dem Aktionsplan zur Gleichstellung hat der Gemeinderat ein Instrument verabschiedet, welches die gemeinsamen Schwerpunkte, Ziele und Massnahmen für 2009 – 2012 definiert. Damit kommt er einerseits einem Auftrag des Stadtrats nach, der die Erarbeitung eines solchen Aktionsplans gefordert hatte. Andererseits erfüllt die Stadt eine Verpflichtung, die sie mit dem Beitritt zur europäischen „Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“ eingegangen ist. Erarbeitet wurde der Aktionsplan durch eine vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe unter Leitung der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann (FFG).

 

Ziel des Aktionsplans ist es, den Gleichstellungsgedanken in den verschiedenen Politikfeldern, beispielsweise Sozialpolitik, Bauwesen und Personalpolitik, stärker zu verankern. Laufende Arbeiten sollen besser koordiniert und gute Ansätze verstärkt werden. Die Gleichstellung soll mit einer gemeinsamen Strategie vermehrt als Führungsaufgabe in der Stadtverwaltung wahrgenommen und als Gesamtes sichtbar gemacht werden. Die Umsetzung des Aktionsplans wird mit einer Postkartenkampagne begleitet.

 

Defizite noch immer vorhanden

Gleichstellungsförderung ist mehr als „nice to have“, wie Stadtpräsident Alexander Tschäppät an der Medienkonferenz betonte. Längst sei bekannt, dass der Stand der Gleichstellung etwas über die Lebensqualität in einem Land oder einer Stadt aussage. Auch wenn in Bern die Gleichstellung seit Jahren aktiv gefördert wird, bleibt noch genug zu tun. „Es braucht eine gerechtere Aufteilung von bezahlter Erwerbs- und unbezahlter Haus- und Familienarbeit zwischen Frauen und Männern, mehr flexible Arbeitszeitmöglichkeiten und zusätzliche Kinderbetreuungsangebote“, sagt Stefanie Brander, Leiterin der FFG. „Zudem gibt es weiterhin Lohnungleichheiten, die Zahl der Frauen in leitenden Positionen sowie in vielen Berufsfeldern ist immer noch gering und für Migrantinnen ist der Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt erschwert.“

 

Fünf Schwerpunkte für mehr Gleichstellung und Lebensqualität

Der Aktionsplan hat sich deshalb fünf Schwerpunkte gesetzt, die diesen Gleichstellungsdefiziten entgegenwirken sollen. Erstens will die Stadt bessere Voraussetzungen für eine partnerschaftliche Aufteilung von bezahlter Erwerbs- und unbezahlter Familienarbeit schaffen: etwa mit einem weiteren Ausbau der Kinderbetreuungsangebote, aber auch mit der Förderung der Lohngleichheit bei Firmen und Institutionen, die im Auftrag der Stadt arbeiten. Zweitens sollen öffentliche Einrichtungen, städtische Ressourcen und Dienstleistungen für Männer wie für Frauen gleichermassen attraktiv und zugänglich sein. Der Aktionsplan sieht dafür unter anderem vor, dass mehr Fachfrauen an wichtigen Bau- und Planungsvorhaben der Stadt mitreden und den öffentlichen Raum mitgestalten. Verkehrsplaner Hugo Staub erläuterte dies an konkreten Beispielen.

 

Einen dritten Schwerpunkt setzt die Stadt bei der Unterstützung von jungen Frauen und Männern im Schul- und Freizeitbereich. Schulamtsleiterin Irène Hänsenberger zeigte auf, wie die Stadt dafür sorgen will, dass die persönliche Entwicklung, Berufswahl und Lebensplanung von Kindern und Jugendlichen nicht durch geschlechtsspezifische Rollenmuster behindert eingeschränkt werden. Viertens will die Stadt konsequent gegen alte und neue Formen geschlechtsspezifischer Diskriminierung oder Gewalt angehen: So wird sie sich für ein Stadtbild ohne Werbung mit sexistischen Motiven einsetzen, die häusliche Gewalt bekämpfen und Massnahmen gegen den Frauenhandel sowie gegen Zwangsheirat ergreifen. Den fünften Schwerpunkt will die Stadt bei der Gleichstellung innerhalb der Stadtverwaltung setzen, um als vorbildliche Arbeitgeberin auch weiterhin mit gutem Beispiel voran gehen zu können.

 

Fortschritte werden dokumentiert

Der Aktionsplan zur Gleichstellung ist ein breit abgestütztes Massnahmenpaket, für dessen Umsetzung zahlreiche Dienststellen innerhalb der Stadtverwaltung mitverantwortlich sind. In den nächsten Monaten werden die Massnahmen konkretisiert und die Terminpläne festgelegt. 2009 kann mit der Umsetzung begonnen werden. Über die Fortschritte wird regelmässig Bericht erstattet und im Jahr 2012 will die Stadt mit einem Schlussbericht Bilanz ziehen, beziehungsweise den nächsten Aktionsplan vorlegen.

 

Downloads

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Titel Bearbeitet Grösse
Datei PDF documentAktionsplan Gleichstellung 23.10.2008 1.4 MB
Datei PDF documentReferat A. Tschäppät 23.10.2008 22.8 KB
Datei PDF documentReferat S. Brander 23.10.2008 21.9 KB
Datei PDF documentZahlen und Fakten 23.10.2008 55.8 KB

Informationsdienst der Stadt Bern

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