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23. April 2015 | Gemeinderat, Direktionen

Teillohnprojekt jobtimal

Berufliche Perspektiven dank neuem Arbeitsmodell

Seit zwei Jahren vermittelt der Verein jobtimal.ch langzeitarbeitslose Personen mit Leistungseinschränkungen aus der Sozialhilfe in den Arbeitsmarkt. Das von der Stadt Bern zusammen mit den Arbeitgeberverbänden und den Gewerkschaften lancierte Projekt erhält in einer wissenschaftlichen Auswertung gute Noten. Allerdings blieb die Bereitschaft der Wirtschaft, stellenlose Personen anzustellen, bisher hinter den Erwartungen.

Für langzeitarbeitslose Personen mit einer Leistungseinschränkung ist die Stellensuche besonders schwierig und die Sozialhilfeabhängigkeit deshalb oft lang anhaltend. Aus diesem Grund hat das Sozialamt der Stadt Bern zusammen mit den Arbeitgeberverbänden und den Gewerkschaften vor zwei Jahren ein neuartiges Arbeitsintegrationsmodell entwickelt.
Das von einem Verein getragene Projekt jobtimal.ch sieht vor, dass ein Arbeitgeber bei Personen mit reduzierter Leistungsfähigkeit nur denjenigen Teil des üblichen Lohns bezahlt, welcher der effektiven Leistung des Mitarbeiters entspricht. Damit das Modell für den Arbeitgeber attraktiv und ohne Risiken bleibt, werden die vermittelten Personen in einer ersten Phase durch den Verein jobtimal.ch angestellt. Dieser übernimmt auch alle administrativen Arbeiten und hilft beratend weiter, wenn am Arbeitsplatz Probleme auftreten.

Einsparungen bei der Sozialhilfe
In einer Studie der Hochschule Luzern wurde die zweijährige Pilotphase des Teillohnprojekts ausgewertet. Seit dem Start im Februar 2013 konnte jobtimal.ch für 25 langzeitarbeitslose Personen eine Stelle finden. Vermittelt wurden mehrheitlich Männer, wobei die Altersgruppe der 46- bis 55-Jährigen die Hälfte der Projektteilnehmenden ausmachte. Im Durchschnitt erzielten diese Personen einen Monatslohn von 1650 Franken. Dank den erwirtschafteten Löhnen ergaben sich Kosteneinsparungen für die Sozialhilfe. Das Sozialamt der Stadt Bern hat für die Jahre 2013 und 2014 Bruttoeinsparungen für die Sozialhilfe von 371‘000 Franken errechnet. Auch nach Abzug der Projektkosten und der Lohnkosten für die bei der Stadtverwaltung Bern geschaffenen Teillohnstellen bewegte sich das Projekt jobtimal.ch schon im zweiten Jahr in der Gewinnzone.

Positive Beurteilung
Bei erfolgreichen Vermittlungen zeigen sich durchwegs positive Effekte des Teillohnprojekts: Viele der vermittelten Personen konnten innert kurzer Zeit sowohl den Beschäftigungsgrad wie auch ihre Leistungsfähigkeit steigern. Die meisten Arbeitseinsätze sind zudem während längerer Zeit erfolgreich. Zu Abbrüchen kam es nur selten, was die Studie auf die sehr sorgfältige Vermittlungsarbeit zurückführt. Das neue Modell wird in der Studie fast durchwegs positiv beurteilt. Diese hält fest, dass das Teillohnprojekt «auf der strategischen Ebene optimal initiiert wurde» und von allen Beteiligten geschätzt wird. Dennoch blieb «die Bereitschaft der Privatwirtschaft, Teillohnstellen zu schaffen hinter den Erwartungen», wie die Studienverfasserin und der Studienverfasser festhalten. Fast die Hälfte der bisher besetzten Teillohnstellen entfällt denn auch auf die Stadtverwaltung Bern. «Wir führen viele Gespräche mit der Wirtschaft und wünschen uns, dass diese noch vermehrt Teillohnstellen anbietet», betont die städtische Sozialdirektorin Franziska Teuscher.

Projekt soll weitergeführt werden
Die Studie empfiehlt, das Teillohnmodell weiterzuführen. Die Stadt Bern führt zu diesem Zweck Gespräche mit der Kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF), welche für die Anerkennung und Finanzierung des Teillohnmodells zuständig ist. Mit einem Entscheid der GEF ist bis Mitte Jahr zu rechnen. 

Weitere Informationen sind zu finden unter www.jobtimal.ch

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Titel Bearbeitet
Datei PDF documentEvaluationsbericht jobtimal.pdf 23.04.2015

Direktion für Bildung, Soziales und Sport

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