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1. Februar 2024 | Gemeinderat, Direktionen

Ausserholligen: Infrastruktur-Kredit kommt zur Abstimmung

Im Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Ausserholligen werden in den nächsten Jahren zahlreiche Bau- und Stadtentwicklungsprojekte realisiert. Damit die Vorhaben umgesetzt werden können, ist eine bedeutende Investition der Stadt in die öffentliche Infrastruktur – Erschliessung, Entwässerung, Freiraumgestaltung – erforderlich. Der Gemeinderat hat hierfür einen Rahmenkredit von 176 Millionen Franken zuhanden des Stadtrats und der Stimmberechtigten verabschiedet. Die Volksabstimmung findet voraussichtlich im Juni 2024 statt.

Das Bild zeigt das Projektperimeter in Auserholligen.
Bild Legende:

Ausserholligen steht vor einer bedeutenden Transformation. Das durch Autobahnviadukt und Bahngleise geteilte Gebiet wird heute vorwiegend gewerblich genutzt oder liegt brach – in den nächsten 20 Jahren soll es zu einem lebendigen Stadtgebiet heranwachsen, das Arbeiten, Wohnen, Bildung, Gewerbe, Freizeit, Gastronomie und Kultur vereint. Private und öffentliche Bauherrschaften wollen hier rund drei Milliarden Franken investieren. Der Kanton Bern hat das Gebiet als Premium-Entwicklungsschwerpunkt (ESP) eingestuft. Der ESP ist damit von höchstem kantonalen Interesse, hat einen besonders hohen Koordinationsbedarf und erfordert ein entsprechend grosses Engagement der Standortgemeinde.

Ein neues urbanes Zentrum entsteht

Insgesamt sind im ESP Ausserholligen über 40 Projekte geplant: So baut zum Beispiel der Kanton im Osten den neuen Campus der Berner Fachhochschule für über 7000 Studierende und Mitarbeitende. Damit dieser optimal an den ÖV angebunden ist, wird die Haltestelle Stöckacker ungefähr 300 Meter nach Osten verlegt – sie wird zur neuen Haltestelle «Europaplatz Nord». Im Weyermannshaus West planen Burgergemeinde und Post bis zu 1000 neue Wohnungen sowie Platz für Kleingewerbe, Büros, Läden, Gastronomie und Kultur. Und auf dem ewb/BLS-Areal im Süden entstehen drei Hochhäuser für Büros, Wohnungen, Gewerbe und den neuen Hauptsitz von Energie Wasser Bern. Zudem setzt die SBB das Projekt «Leistungssteigerung Bern West» um.

Ohne öffentliche Infrastruktur keine Gebietsentwicklung

Die Stadt stellt die öffentliche Infrastruktur bereit, damit das neugestaltete Stadtgebiet optimal genutzt werden kann: Verkehrswege, öffentliche Grün- und Freiflächen sowie die Siedlungsentwässerung. Zur Realisierung dieser Infrastrukturvorhaben hat die Stadt insgesamt 17 Teilprojekte entwickelt, bei denen sie entweder als Bauherrin auftritt oder sich als Co-Bauherrin an den Kosten beteiligt. Hier die wichtigsten:

  • Beim «Europaplatz Nord» beteiligt sich die Stadt an den Kosten für die Verschiebung und den Neubau der S-Bahn-Haltestelle. Die neue Haltestelle erfordert zudem eine neue Personenunterführung, welche die Areale nördlich und südlich der Gleise verbindet und den Zugang zu den Perrons sicherstellt. Zur Haltestelle gehören eine Velostation und eine Veloabstellanlage.
  • Ein zentrales städtisches Projekt ist der Bau einer neuen Verkehrsachse für Fussgänger*innen und Velofahrende unter dem Autobahnviadukt. Unter dem nördlichen Teil entsteht ein vielfältig nutzbarer Freiraum für verschiedene Freizeit-, Sport-, Gewerbe- und Kulturangebote.
  • Die Personenunterführung Untermattstrasse wird saniert und mit einem Zugang zum Areal Weyermannshaus West ergänzt.
  • Der Aussenbereich des neuen Campus der Berner Fachhochschule wird zu einem öffentlichen, grünen Naherholungsraum. Die Stadt ist für die Renaturierung des Stadtbachs zuständig – dieser wird auf einer Länge von gut 250 Metern offengelegt.
  • Auch für die Entwicklung des Familiengartenareals «Ladenwandgut» ist die Stadt verantwortlich (vgl. Medienmitteilung vom 16. März 2023). Ein kleiner Teil der heutigen Familiengärten wird für den geplanten Ausbau der Volksschule Stöckacker beansprucht (vgl. Medienmitteilung vom 7. Dezember 2023) Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Anlage dem Quartier erneut als grüner Erholungsraum zur Verfügung stehen.
  • Im Zusammenhang mit verschiedenen Projekten – insbesondere mit dem SBB-Projekt «Leistungssteigerung Bern West» – müssen zahlreiche Abwasseranlagen saniert oder neu gebaut werden.

«Der ESP Ausserholligen ist eine grosse Chance für Bern. Wir können hier aus einem Zwischenraum einen Zukunftsraum schaffen», sagt Gemeinderätin Marieke Kruit. Und Stadtingenieur Reto Zurbuchen verweist auf die Schlüsselrolle, die der Stadt dabei zukommt: «Die öffentliche Infrastruktur ist die Voraussetzung für die Gebietsentwicklung».

Gebiet wird ökologisch stark aufgewertet

Nach Abschluss der mehrere Jahre dauernden Arbeiten wird der Raum Ausserholligen wesentlich grüner sein als heute: Es wird mehr Bäume, mehr Grünflächen und auch mehr offene Fliessgewässer geben. Allerdings haben die vorgesehenen Bauarbeiten auch zur Folge, dass Eingriffe in den Bestand vorgenommen werden müssen. Insbesondere aufgrund der notwendigen Absenkung des Terrains unter dem Viadukt, des Neubaus der Haltestelle Europaplatz Nord und der Realisierung der Personenunterführung müssen Bäume gefällt werden – sie werden durch klimaresiliente Bäume ersetzt.

Effizientes Vorgehen dank Rahmenkredit

Die Umsetzung der städtischen Infrastrukturprojekte im Gebiet des ESP Ausserholligen ist mit Kosten von 176 Millionen Franken verbunden. Der Gemeinderat hat den entsprechenden Rahmenkredit zuhanden des Stadtrats und der Stimmberechtigen genehmigt. Die Volksabstimmung findet voraussichtlich am 9. Juni 2024 statt.

Nach Genehmigung des Rahmenkredits obliegt es dem Gemeinderat, die Teilprojekte innerhalb des vorgegebenen Kreditrahmens zu genehmigen. Dank dieses Vorgehens muss nicht jedes einzelne Teilprojekt durch den Stadtrat oder die Stimmberechtigten genehmigt werden, was je nachdem zu langen Bewilligungsprozessen führen und das Gesamtvorhaben verzögern würde. Verzögerungen wären problematisch, da die Entwicklungsprojekte zahlreicher Akteur*innen von den städtischen Vorhaben abhängen. Schwerwiegende Auswirkungen hätten Verzögerungen seitens Stadt insbesondere auf die Erschliessung des BFH-Campus und auf das SBB-Projekt Leistungssteigerung Bern West – und damit auf den Bahnbetrieb in der ganzen Schweiz.

Gemeinderat der Stadt Bern

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