Frauen-/FINTA-Notschlafstelle zieht an den Frohbergweg
Seit Juni 2025 betreibt die Heilsarmee Schweiz im Auftrag der Stadt Bern an der Kursaalstrasse als Pilotversuch eine Notschlafstelle für Frauen bzw. FINTA. Das Angebot ist stark genutzt und wird weitergeführt. Die Notschlafstelle wechselt dafür in Räumlichkeiten am Frohbergweg 4 im Länggassquartier. Diese werden von der römisch-katholischen Gesamtkirchgemeinde Bern für eine dauerhafte Nutzung vermietet. Allen Studierenden, die derzeit am Frohbergweg Zimmer mieten, werden andere Wohnräume angeboten.
Das Notschlafangebot für FINTA (Frauen, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Personen) war bereits wenige Wochen nach seiner Eröffnung im Juni 2025 ausgelastet. Die bisherigen Räume an der Kursaalstrasse stehen jedoch nur befristet bis Ende April 2026 zur Verfügung. Nach intensiver Suche haben die Stadt Bern und die Heilsarmee Schweiz nun am Frohbergweg 4 einen Standort gefunden, der langfristig genutzt werden kann. Die Liegenschaft ist im Besitz der römisch-katholischen Gesamtkirchgemeinde Bern, welche damit eine nachhaltige Perspektive für ein wichtiges Schutzangebot ermöglicht.
Betrieb am neuen Standort startet am 1. Mai 2026
Die Heilsarmee Schweiz wird die Notschlafstelle auch am neuen Standort im Auftrag der Stadt Bern betreiben. Die Ermächtigung dazu erfolgte durch die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern. Die Heilsarmee mietet dafür die Räumlichkeiten der römisch-katholischen Gesamtkirchgemeinde Bern. Der Berner Stadtrat hat die Leistungsverträge mit der Heilsarmee im November 2025 genehmigt (siehe Medienmitteilung vom 21. August 2025).
Die Notschlafstelle wird am Frohbergweg auf einem eigenen Stockwerk mit separatem Zugang eingerichtet. Es stehen dafür ab dem 1. Mai 2026 rund 18 Plätze zur Verfügung – überwiegend in Einzelzimmern, die einen sehr guten baulichen Zustand aufweisen. Das Fachpersonal wird täglich rund um die Uhr anwesend sein.
Quartier wird einbezogen
Es ist der Betreiberin wichtig, Rücksicht auf die Anwohner*innen zu nehmen und für die Quartierbevölkerung ansprechbar zu sein. Die Stadt Bern und die Heilsarmee Schweiz haben die Anwohner*innen sowie diverse Organisationen in der Umgebung über die Eröffnung der Notschlafstelle am Frohbergweg 4 schriftlich informiert. Während des Betriebs wird der Austausch mit der Quartierbevölkerung gesucht. Dafür wird eine Begleitgruppe gegründet.
Anschlusslösung für Mieter*innen
Bisher wurden die Zimmer am Frohbergweg 4 an Studierende vermietet. Schrittweise werden die Stockwerke nun für andere Zwecke genutzt. Die Stadt und die Heilsarmee haben bereits sichergestellt, dass alle Mieter*innen auf dem Stockwerk der geplanten Notschlafstelle vorübergehend in andere Wohngelegenheiten umziehen können, teilweise im gleichen Haus, teilweise in von der Heilsarmee angemieteten Wohnungen für Wohngemeinschaften. Zudem können sie sich unentgeltlich durch das städtische Wohnberatungsangebot unterstützen lassen, um neue Wohnungen zu finden.
Neue Liegenschaft bietet Entwicklungsmöglichkeiten
Die Frauen-/FINTA-Notschlafstelle wird nur ein Stockwerk der Liegenschaft belegen. Mit der schrittweisen Veränderung der bisherigen Nutzung als Student*innenwohnhaus werden am Frohbergweg 4 Räume für weitere Angebote frei. So ist geplant, dass die «WohnBeratung Bern», welche die Heilsarmee ebenfalls im Auftrag der Stadt führt, an den Frohbergweg umzieht. Dieses Angebot braucht wegen der hohen Nutzung mehr Platz. Weitere Nutzungen sind in Abklärung.
