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Referat anlässlich des Forums Bern 60plus

9. Mai 2023

Referat von Gemeinderätin Franziska Teuscher, Direktorin für Bildung, Soziales und Sport, anlässlich des Forums Bern 60plus, 9. Mai 2023

(Es gilt das gesprochene Wort)

Liebe Teilnehmende

Liebe Anwesende

Das letzte Forum Bern 60plus fand vor zwei Jahren während eines Teil-Lockdowns statt. Die Teilnehmer*innen konnten die Beiträge live von zu Hause aus verfolgen. Auch meine Grussbotschaft wurde damals über den Livestream übertragen – umso schöner, dass ich Sie heute persönlich hier im Kornhausforum willkommen heissen kann! Es freut mich sehr, dass Sie so zahlreich zu diesem Forum erschienen sind, bei dem es hauptsächlich um die Betreuung von Angehörigen geht.

Ich persönlich gehöre ebenfalls zur Altersgruppe 60plus und erfahre daher selbst, welche Vorteile, aber auch Herausforderungen dieses Alter mit sich bringt. Das höhere Alter wird körperlich spürbar, und gleichzeitig machen wir uns Gedanken, wie wir unser Leben nach der Pensionierung gestalten möchten und welche Wohnformen für uns vorstellbar sind. Dazu kommt, dass wir vielleicht wieder mehr Betreuungsaufgaben im Umfeld übernehmen – möglicherweise haben wir uns um unsere betagten Eltern zu kümmern oder andere Angehörige, Nachbar*innen, Freund*innen und Bekannte, die ebenfalls älter werden und mehr Unterstützung benötigen.

20 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer zwischen 25 und 80 Jahren unterstützen mindestens einmal pro Woche eine erwachsene Person: Sie tragen der Nachbarin die Wäsche hoch und den Abfallsack runter. Sie begleiten den Vater zum Coiffeur und die Mutter zur Ärztin. Sie rufen an und schauen vorbei, sie koordinieren Pflegeaufgaben mit der Spitex und erledigen Administratives, sie kaufen ein, putzen, lesen vor. Kurz: Sie leisten unverzichtbare Arbeit – und zwar zeitaufwändig, unbezahlt, informell und weitgehend unsichtbar.

Was dies bedeuten kann, zeigt uns nachher Jacqueline Pillichody Ruch auf. Sie hat ihren Mann während seiner Krankheit zu Hause betreut.

Anschliessend wird Ihnen Karin van Holten von der Berner Fachhochschule einige Forschungsresultate zum Thema präsentieren und aufzeigen, warum es wichtig ist, sich Unterstützung zu holen. Nach der Pause referiert Claudia Michel, ebenfalls von der Berner Fachhochschule, darüber, wie wir alle betreuende Angehörige unterstützen können.

Das Thema Unterstützung liegt mir ganz besonders am Herzen: Wer betreut, ist in hohem Masse gefährdet, selbst krank oder einsam zu werden. Damit Betreuung nicht auf Kosten der eigenen Gesundheit geschieht, ist es sehr wichtig, sich Hilfe zu holen. Entsprechende Angebote finden Sie beispielsweise im Sozialwegweiser. Auf Ihrem Stuhl haben wir Ihnen einen Bestellflyer für diese Broschüre deponiert. Darin sind Angebote und Institutionen zusammengestellt, die für ältere Menschen hilfreich sein können.

Unterstützung anzunehmen, ist nicht einfach - in einem Workshop mit René Setz können Sie sich am Nachmittag damit auseinandersetzen, was Ihnen helfen könnte, Hilfe zu akzeptieren. Auch der Workshop mit Pia Oetiker zur Pflege von Nachbarschaft hat mit Betreuung zu tun: Wenn wir in der Nachbarschaft gut vernetzt sind, können wir im Bedarfsfall eher auf Unterstützung zählen. Wir werden es aber auch eher mitbekommen, wenn eine andere Person unsere Unterstützung braucht.

Betreuungsarbeit wird in den allermeisten Fällen unbezahlt geleistet. Ihre Finanzierung ist in der Schweiz leider immer noch nicht geregelt. Die Stadt Bern hat aber erkannt, dass Betreuung im Alter ein gesellschaftliches Thema ist, das nicht ins Private delegiert werden darf. Sie hat mit den Betreuungsgutsprachen ein Angebot geschaffen, dank dem sich Personen mit geringen finanziellen Möglichkeiten Dienstleistungen einkaufen können, wodurch betreuende Angehörige entlastet werden. Es bestehen auch einige weitere Möglichkeiten zur finanziellen Entlastung. Im Workshop mit Melanie König erfahren Sie dazu mehr.

Im vierten Workshop haben Sie die Gelegenheit, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Samira Hüsler hat einige digitale Hilfsmittel für ältere Menschen mitgebracht und wird Ihnen diese demonstrieren.

Ich selbst werde bis zum Mittag hierbleiben und freue mich, in der Pause mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden Tag!

Weitere Informationen.

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