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Gesundheitswesen

Eine überwiegende Mehrheit der älteren Bevölkerung, nämlich 73%, möchte Zuhause im Kreise der Familie sterben, aber nur sehr wenigen, nämlich 20%, ist dies auch vergönnt. 80% aller Personen verbringen die letzte Lebensphase im Spital oder im Alters-/Pflegeheim. Ein wesentlicher Faktor, um die letzte Lebensphase zu Hause verbringen zu können, ist ein professionelles und soziales Netzwerk. Ist jedoch kein oder nur ein kleines «Helfernetzwerk» vorhanden, sind pflegende Angehörige sehr stark belastet und der Aufenthalt der erkrankten Person in einer Institution wird oftmals notwendig.

Wenn Betroffene und Angehörige frühzeitig mit Fachpersonen sprechen, kann ein Netzwerk inklusive Notfallplanung aufgebaut und koordiniert werden. Zentral ist, dass regionale Angebote bekannt sind und Betroffenen einfach zugänglich gemacht werden. Meist ist es sinnvoll, professionelle Unterstützung mit informellen Angeboten zu kombinieren, um insbesondere pflegende Angehörige zu entlasten. Damit schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen ihre sozialen Kontakte auch weiterhin pflegen und psychisch stark bleiben können, braucht es in dieser ausserordentlichen Situation viele offene Ohren und helfende Hände – ob als Nachbar*in, Freund*in oder Fachperson.

Was können Organisationen und Institutionen aus dem Gesundheitswesen konkret tun?

  • Treten Sie dem Netzwerk bei, wenn Sie interessiert sind, sich mit anderen interessierten Institutionen aus dem Bereich Gesundheitswesen auszutauschen.
  • Auseinandersetzung mit Fragestellungen wie z.B.: Wie betreuen und pflegen wir Sterbende im Spital, im Pflegeheim und in der Spitex? Welche Bedürfnisse haben Patient*innen, Bewohner*innen und ihre Angehörigen? Welche Unterstützung bieten die Institution für ihre Arbeitnehmer*innen im Umgang mit der Pflege von Sterbenden und nach dem Tod?
  • Diskutieren Sie diese oder ähnliche Fragen innerhalb der Organisation. Teilen Sie die Erkenntnisse mit anderen Institutionen und Fachpersonen.
  • Informieren Sie die Bevölkerung und Betroffene über regionale Angebote (wie z.B. mobile Palliativdienste, Palliativbetten, Entlastungsaufenthalte, Freiwilligendienste).
  • Vernetzen Sie sich in ihrer Region mit anderen professionellen und informellen Angeboten, um sich bei der Planung von Netzwerken unterstützen zu können.  
  • Organisieren Sie Anlässe, bei denen Betroffene und deren Angehörige über die Themen Sterben, Tod und Verlust offen sprechen können.
  • Organisieren Sie Anlässe, die den Austausch zu diesen Themen mit Personen ausserhalb des Alters- und Pflegeheimes ermöglichen, bspw. mit einer Schulklasse. 
  • Laden Sie speziell ausgebildete Laien - sogenannte "Compassionate Friends" - ein. Dies ermöglicht den Betroffenen niederschwellige, konfessionsneutrale Gespräche über das Sterben und den Tod unter vier Augen mit einer aussenstehenden Person zu führen.

Bei Fragen steht Ihnen die Geschäftsstelle von palliative bern gerne zur Verfügung: Mail: info@palliativebern.ch, Tel. 031 313 24 11, www.palliativebern.ch

 

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